Das freie Wort

Das ist leider die Wahrheit!

Pamela Rendi-Wagner steht vor den Trümmern einer Partei: finanziell, personell, inhaltlich. Es ist das Erbe ihrer Vorgänger. Und nun ihre Chance. Das darf ja nicht wahr sein, da kündigt die Partei kurz vor Weihnachten ein Viertel ihrer Mitarbeiter! Die Partei, die sich das Wohl der Lohnabhängigen seit mehr als 120 Jahren zum Ziel gemacht hat. Einfach so. Es müssen aber leider nicht die gehen, die seit Jahren die Partei an den Rand des Abgrunds geführt haben. Diese ganzen fadenscheinigen Spindoktoren, die „Werbegurus“, die keine sind und waren, und auch nicht der einfallslose Geschäftsführer. Diese ganze Krise dämmerte ja schon seit Jahren herauf. Krass war es schon am 1. Mai 2017, als die sonst so parteitreuen Wiener Genossen von BK Faymann auf der Rathausbühne, von unten beim Vorbeimarsch, lautstark und mit Tafeln, den Rücktritt verlangten. Drei Tage später war er Geschichte. Der Kontakt der „Oberen“ zu denen da unten war immer schon nach Kreisky ein Problem. Kern schickten die Werbestrategen Pizza ausführen (!), statt ihn in die U-Bahn zu setzen, damit er von den Wählern hört, wo der Schuh drückt. Und jetzt drängt sich wieder, wie schon so oft, der Millionär Zeiler mit einem schnell gepushten „Rotbuch“ in den Vordergrund, ohne in den letzten 20 Jahren in Österreich gewesen zu sein. Die SPÖ braucht nicht seine „gescheiten Gedanken“, die SPÖ braucht endlich wieder glaubwürdige sozialistische Führungspersönlichkeiten, die anerkannt sind und auch echten Sozialismus vorleben! Politische Scharlatane gibt es schon genug bei uns. Die haben auch seinerzeit alles ruiniert, was sich die alten SPÖler aufgebaut haben. Den Konsum, die „AZ“, den Vorwärts und andere. Ich wünsche Rendi-Wagner alles Gute, sie kann wirklich nichts dafür, sie wurde in das Chaos hineingestoßen, und es komme mir keiner, der sie klammheimlich abschießen will. Sie und LH Kaiser sind für mich derzeit die Einzigen, die es ehrlich meinen mit der SPÖ. Man muss ihr helfen, den „steinernen Rucksack“ zu tragen.

F ranzSchramböck, Linz

Erschienen am Do, 28.11.2019

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