"Grundsätzlich gut"
Dalai Lama begrüßt Chinas Dialogbereitschaft
Er erhoffe sich "ernsthafte Gespräche über die Frage, wie der Unmut der Tibeter verringert werden kann". Wenn es bei einem solchen Treffen aber nur darum gehe, die internationale Besorgnis über die Lage in Tibet abzumildern, wäre es hingegen "bedeutungslos", führte der Dalai Lama aus.
Sechs Wochen nach Ausbruch der Unruhen in Tibet hatte sich die chinesische Regierung am Freitag zu einem Dialog mit Vertretern des Dalai Lama bereiterklärt. Peking wolle "in den nächsten Tagen" einen Dialog aufnehmen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.
Nach den mehrmaligen Bitten seitens des religiösen Oberhauptes der Tibeter wollten zuständige Abteilungen der Zentralregierung in "Kontakte und Konsultationen mit den privaten Abgesandten des Dalai Lama" treten, zitierte die Staatsagentur einen Regierungsbeamten.
"Wichtiger Schritt"
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso bezeichnete das Dialogangebot Chinas an den Dalai Lama als "sehr wichtigen Schritt". Vor Journalisten sagte Barroso nach einem Treffen mit Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao in Peking: "Die Chinesen haben gesagt, dass sie bereit sind, über alles zu reden - außer der Souveränität über Tibet."
Da auf der anderen Seite dem religiösen Oberhaupt der Tibeter an der Wahrung kultureller Identität und mehr Autonomie "innerhalb Tibets" gelegen sei, sieht Barroso "wirklich Raum für Dialog". Er warnte aber vor zu großen Erwartungen: "Das ist ein sehr, sehr schwieriges Problem. Wir können nicht sofort Durchbrüche erwarten."
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy betonte, dass der erneuerte Dialog "Anlass zu echten Hoffnungen" gebe. China und die Repräsentanten des religiösen Oberhauptes der Tibeter zeigten "ihren Willen, sich auf eine Lösung zuzubewegen, die allen Tibetern das Gefühl erlaubt, als Teil der Volksrepublik China ihre kulturelle und geistige Identität leben zu können".
Auch die österreichische und die deutsche Regierung begrüßten das Gesprächsangebot. "Die Rückkehr zum Dialog ist ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung", sagte Sportsstaatssekretär Reinhold Lopatka. Er hoffe, dass noch vor der Eröffnung der Sommerspiele in Menschenrechtsfragen merkbare Fortschritte erzielt werden können.
Chinas Haltung unverändert
Der Regierungsbeamte in Peking bekräftigte allerdings, die Politik gegenüber Tibet habe sich nicht geändert. Chinas Regierung hoffe, dass der Dalai Lama glaubwürdige Schritte machen werde, separatistische Aktivitäten zu beenden. Er müsse auch aufhören, "zu Gewalt anzustiften" und "die Olympischen Spiele zu stören oder zu sabotieren", um die Bedingungen für die Gespräche zu schaffen, sagte der Beamte.
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