Massenandrang
Zehntausende pilgern zu Padre Pio nach Apulien
Der Leichnam des volkstümlichen Geistlichen war Anfang März exhumiert und danach für die Ausstellung in der Krypta der Kirche Santa Maria delle Grazie vorbereitet worden. Seit Donnerstag sind die sterblichen Überreste von Padre Pio in einem kristallgläsernen Sarg ausgestellt. Die Kapuziner, die den Kult um Pater Pio kommerziell nutzen, stoßen mit der geplanten Ausstellung des Leichnams auf Kritik. Die Gegner des Vorhabens werfen ihnen eine "Entweihung" Pater Pios vor.
Italiens Volksheiliger Nummer eins
Geboren als Francesco Forgione, lebte Pater Pio von 1887 bis 1968. Im Alter von 23 Jahren tauchten an seinen Händen, Füßen und der Brust Wunden auf, die an die Kreuzigungsmale Jesu Christi erinnerten (Stigmata). Bereits zu Lebzeiten wurde er als Heiliger verehrt, im Jahr 2002 sprach Papst Johannes Paul II. Padre Pio heilig. Der Kapuzinerpater ist in Italien längst der Volksheilige Nummer eins. Laut Meinungsumfragen dürfte die Hälfte aller Italiener den Mönch um Hilfe anrufen, wenn sie sich in irgendeiner Notsituation befinden und auf Unterstützung vom Himmel hoffen.
730.000 Zimmer-Reservierungen
San Giovanni Rotondo auf der Halbinsel Gargano ist längst einer der größten Wallfahrtsorte der Welt. In der 27.000-Einwohner-Gemeinde gibt es 194 Hotels, 132 Bars, 110 Restaurants und Dutzende Großraum-Parkplätze. An jedem Wochenende kommen bis zu 500 Autobusse in den Ort, für die kommenden sechs Monate liegen 730.000 Zimmer-Reservierungen vor.
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