Politik vor Hörsturz
Parlamentsreden in Tschechien lauter als Sirene
Ausland
23.04.2008 11:39
Die Volksvertreter im Prager Parlament riskieren Hörschäden. Das hat der tschechische Abgeordnete Pavel Severa bei der Messung der Lautstärke der Politikerreden festgestellt. Als geräuschvollster Redner erwies sich der Sozialdemokrat David Rath mit bis zu 112,7 Dezibel, berichtet die Tageszeitung „Pravo“. Dies sei vergleichbar mit einer Polizeisirene oder Musikbeschallung in der Disco. Die menschliche Schmerzgrenze liegt bei 130 Dezibel.
Neben stimmstarken Oppositionspolitikern versteigt sich auch Ministerpräsident Mirek Topolanek bei seinen Beiträgen im Parlament auf einen Pegel von bis zu 94,1 Dezibel - verstärkt durch Lautsprecher natürlich. Mediziner warnen schon bei anhaltendem Lärmpegel von über 90 Dezibel vor Gehörschäden. Parlamentspräsident Miloslav Vlcek hatte die Messungen gestattet und sagte der Zeitung, er wolle künftig versuchen, zu laute Reden zu unterbinden.
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