Wahl in Italien

Italien-Wahl: Stimmzettel-Betrug in der Schweiz?

Ausland
22.04.2008 22:47
Die Wahlen unter den Italienern in der Schweiz für das Parlament in Rom sorgen für Aufregung. Im Zentrum der Kritik steht die christdemokratische UDC von Pier Ferdinando Casini. Ihr wird vorgeworfen, in der Schweiz Wahlbetrug versucht zu haben. Eine UDC-Sprecherin in Rom erklärte am Montag, der Partei seien die Vorwürfe bekannt. Die UDC will im Moment dazu keine Stellung nehmen, sagte sie. Der Fall liegt beim Berufungsgericht in Rom, das für die Überwachung der Wahlen unter den Auslandsitalienern zuständig ist.

Am Sonntagabend hatte die Europäische Regenbogen-Linke (Sinistra del Arcobaleno) in einer Presseaussendung eine Aufklärung der Vorwürfe verlangt. Nach ihrer Darstellung wiesen die Stimmenzähler tausender Wahlzettel aus der Schweiz eine andere Farbe und Papierkonsistenz auf als die übrigen Wahlzettel. Viele dieser möglicherweise gefälschten Zettel seien zudem "von der gleichen Hand" ausgefüllt worden und hätten die Namen von drei Schweizer UDC-Kandidaten getragen.

"Opfer eines Komplotts"
Einer der von den Regenbogen-Linken beschuldigte UDC-Kandidaten, Emiddio Bulla, bezeichnete die Vorwürfe als absurd. "Wenn ich betrügen würde, dann geschickter", sagte er. Vermutlich sei er Opfer eines Komplotts, weil er selbst "Mauscheleien" in einigen italienischen Konsulaten in der Schweiz publik gemacht hat.

Die Briefwahl für Auslandsitaliener steht schon lange in der Kritik, weil die Betrugsgefahr groß ist. Zudem waren in der Schweiz zahlreiche Wahlzettel falsch adressiert und erreichten ihre Empfänger nicht. Bereits bei den Wahlen 2006 waren in der Schweiz Betrugsvorwürfe laut geworden.

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