Für "Einheitlichkeit"
Kampagne zur “politischen Erziehung” in Tibet
Parteimitglieder sollen den Plänen zufolge die Bewohner der tibetischen Hauptstadt Lhasa und der umliegenden Regionen über die Unruhen vom 14. März "aufklären", hieß es in dem Zeitungsbericht weiter. Dabei sollten Videos und Fotos zum Einsatz kommen.
Bei den Sitzungen soll außerdem der Dalai Lama "verurteilt" werden. Ähnliche "patriotische" Kampagnen gibt es in den tibetischen Klöstern bereits seit mehr als zehn Jahren. Die Mönche dort müssen den Dalai Lama, ihr geistliches Oberhaupt, verurteilen und Peking ihre Loyalität versichern.
Uiguren beklagen "kulturellen Völkermord" durch China
Am Montag warf die in China unterdrückte muslimische Minderheit der Uiguren der chinesischen Führung in Peking "kulturellen Völkermord" vor. Die Menschenrechtlerin und Präsidentin des Weltkongresses der Uiguren, Rebiya Kadeer, kritisierte am Montag zum Auftakt einer dreitägigen Konferenz in Berlin, die Uiguren würden in der Region Xinjiang im Nordwesten Chinas gefoltert, verhaftet, zwangsweise deportiert und ihrer Sprache und Kultur beraubt. Solange die Menschenrechtsverletzungen gegen Uiguren und andere Minderheiten in China nicht aufhörten, dürften die Olympischen Spiele nicht in der Volksrepublik stattfinden. Kadeer forderte Staats- und Regierungschefs der internationalen Gemeinschaft auf, die Eröffnungsfeier in Peking zu boykottieren.
Vor den Olympischen Spielen seien die Repressionsmaßnahmen gegen die mehrheitlich sunnitischen Uiguren noch weiter verschärft worden. Sie sei keineswegs gegen Olympische Spiele, sagte Kadeer. Aber diese Spiele hätten den Uiguren nur Leid und Unterdrückung gebracht. Wenn Menschenrechte verletzt würden, verstoße dies auch gegen olympische Grundsätze.
Kadeer lebt in den USA im Exil. In China war die elffache Mutter eine der erfolgreichsten Unternehmerinnen und sogar Mitglied im Nationalen Volkskongress. Wegen ihres Engagements für die Menschenrechte wurde sie dann aber inhaftiert und saß mehrere Jahre im Gefängnis. Zwei ihrer Söhne sind den Angaben des Weltkongresses zufolge derzeit in China in Haft.
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