Untersuchungshaft

Shannons Mutter wusste von Entführung

Ausland
09.04.2008 17:49
Zuerst rührte sie mit tränenreichen Appellen die Fernsehzuschauer, nun ist sie angeklagt: Die Mutter des entführten englischen Mädchens Shannon wird offiziell der Justizbehinderung und Verletzung der Sorgfaltspflicht beschuldigt. Die Frau hat gestanden, gewusst zu haben, wo ihre Tochter 24 Tage lang eingesperrt war und möglicherweise missbraucht wurde. Ein Gericht in der mittelenglischen Stadt Dewsbury verhängte am Mittwoch die Untersuchungshaft über Karen Matthews.

Laut Anklage soll die 32-Jährige ihre Tochter Shannon "vorsätzlich vernachlässigt" haben, so dass diese unnötig gelitten habe. Außerdem soll sie Informationen vor der Polizei vertuscht haben. Laut Medien hat Matthews inzwischen gestanden, von Anfang an von der Entführung ihrer neun Jahre alten Tochter gewusst zu haben.

In Bettkasten eines Onkels gesperrt
Shannon war Mitte März nach einer 24 Tage währenden Suche in einem Bettkasten bei einem Onkel ihres Stiefvaters wiedergefunden worden. Neben ihr lag ihr 39-jähriger Entführer und versuchte, dem Kind den Mund zuzuhalten.

Der Mann wurde wegen Entführung angeklagt. Die Suche hatte ganz Großbritannien in Atem gehalten und mehr als 300 Polizisten beschäftigt. Die Mutter hatte immer wieder an die Öffentlichkeit appelliert, die Suche nach ihrer Tochter zu unterstützen. Freunde und Verwandte halfen mit Postern und Plakaten, und in der Kirche wurde für das Mädchen gebetet.

Mutter wollte Geld aus dem Madeleine-Fonds
Am Mittwoch ist bekannt geworden, dass Karen Matthews versucht haben soll, Geld aus dem Madeleine-Fonds zu bekommen. Sie soll über Mittelsmänner die Eltern der im letzten Jahr verschwundenen Madeleine McCann um Geld gebeten haben, um nach ihrer Tochter suchen zu können. Die Polizei hat angekündigt, diese Vorwürfe zu untersuchen. 

Sieben Kinder von fünf Männern
Neben Karen Matthews, die sieben Kinder von fünf verschiedenen Männern hat, wurden im Fall Shannon bereits mehrere Menschen aus dem Umfeld festgenommen. Unter anderem auch der 22 Jahre alte Stiefvater, bei dem Kinderporno-Material auf einem Computer entdeckt worden war. Außerdem wurden dessen Schwester und Mutter vorübergehend festgenommen. Shannon ist immer noch in Obhut der Behörden. Ihre Mutter muss am 16. April erneut vor Gericht erscheinen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
09.04.2008 17:49
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung