Schwere Vorwürfe
Verdacht auf Insiderhandel bei EADS
Die AMF wird die verdächtigten Manager und das Unternehmen in den kommenden Tagen über die genauen Vorwürfe gegen sie informieren, hieß es. Die Sanktionskommission der Börsenaufsicht muss entscheiden, ob sie Bußgelder gegen die Manager und das Unternehmen verhängt. Zudem wird ihr Abschlussbericht an die Pariser Staatsanwaltschaft übergeben, die ebenfalls gegen EADS ermittelt.
21 Topmanager unter Verdacht
In ihrem im Oktober bekanntgewordenen Zwischenbericht verdächtigte die AMF 21 Topmanager, darunter den heutigen Airbus-Chef Thomas Enders, von 2005 bis 2006 massiv Aktien verkauft zu haben, bevor Lieferverzögerungen beim A380 bekanntgemacht wurden. Laut der französischen Finanzzeitung "Les Echos" bestätigte sich der Verdacht in 17 Fällen. Ob Enders unter ihnen ist, der sich damals von zwei umfangreichen Aktienpaketen trennte, wollte die AMF am Dienstag nicht bestätigen. Auch Airbus hat eine Stellungnahme bislang abgelehnt.
"Höchste Maßstäbe bei Finanzkommunikation"
EADS erklärte, nun seien die betroffenen Manager endlich in der Lage, sich gegen die Vorwürfe zu verteidigen. Und "EADS wird den Nachweis führen, dass es höchste Maßstäbe an seine Finanzkommunikation angelegt und sich vollständig transparent verhalten hat", sagte Konzernchef-Chef Louis Gallois. Da noch keine Entscheidungen über Sanktionen getroffen worden seien, müsse weiterhin die Unschuldsvermutung gelten.
Das finanzielle Risiko sowie die möglichen Folgen betrachte man als "nicht substanziell", teilte das Unternehmen weiter mit. Gleichwohl sehe man möglicherweise bedeutende Auswirkungen auf Image und Reputation.
Auch Daimler in der Schusslinie
Daimler, neben dem französischen Lagardere-Konzern industrieller Haupteigner von EADS, wies den Verdacht zurück, ebenfalls mit Insiderwissen Aktien verkauft zu haben. DaimlerChrysler hatte vor Bekanntwerden der A380-Pannen beschlossen, im ersten Quartal 2007 seinen EADS-Anteil von 22,5 Prozent auf 15 Prozent zu verringern.
Unternehmenssprecher Thomas Fröhlich sagte am Dienstag, der AMF-Bericht liege noch nicht vor. Man sei der festen Überzeugung, "weder zum Zeitpunkt der Vorstandsentscheidung über die Veräußerung des 7,5 Prozent-Anteils an EADS noch bei Abschluss der entsprechenden Verträge über Insiderinformationen verfügt zu haben".
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