Verrat im Pentagon

Mitarbeiter informierte China über Waffendeals

Ausland
01.04.2008 10:44
Ein Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums hat die Weitergabe militärischer Geheiminformationen an einen für China tätigen Agenten zugegeben. Gregg William Bergersen hat sich schuldig bekannt, nach dem Erhalt von Geschenken und Geld geheime Informationen weitergegeben zu haben, teilte das US-Justizministerium mit. Dem 51-Jährigen drohen bei der Urteilsverkündung am 20. Juni zehn Jahre Haft. Bergersen hatte für das Pentagon Waffensysteme analysiert und in einer Behörde gearbeitet, die die Rüstungsgeschäfte der USA im Ausland, unter anderem mit Taiwan, umsetzt.

Bergersen hat gegen seinen Eid verstoßen, "unserer Nation zu dienen und sie zu schützen", sagte der Vize-Generalstaatsanwalt für Nationale Sicherheit, Patrick Rowan. Bergersen hatte im März vergangenen Jahres damit begonnen, die Informationen an den in Taiwan geborenen US-Bürger Tai Shen Kuo zu übergeben. 

Dieser hat die Angaben ohne Wissen von Bergersen an einen chinesischen Regierungsmitarbeiter übergeben. Bei vielen der weitergereichten Dokumente ist es um Waffenhandel mit der Inselrepublik Taiwan gegangen, die von China als abtrünnig angesehen wird.

Glückspiel-Trips nach Las Vegas
Kuo war es den Angaben zufolge gelungen, sich Bergersen zum Freund zu machen. Er hat ihm Geschenke gemacht, ihn zum Essen eingeladen, ihm aber auch Bargeld sowie Geld für Glückspiel-Trips nach Las Vegas übergeben. Kuo sowie sein mutmaßlicher chinesischer Mitverschwörer Yu Xin Kang warten derzeit in Untersuchungshaft auf ihren Prozess.

Vergangene Woche war ein US-Ingenieur wegen Spionage für China zu 24 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte nach Überzeugung des Gerichts versucht, streng geheime Unterlagen über US-U-Boote außer Landes zu schmuggeln.

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