SMS-Affäre
SMS an Stripperin kosten Ilkka Kanvera das Amt
Die Entscheidung Kanerva das Vertrauen zu entziehen, sei ihm schwer gefallen, sagte Katainen am Dienstag. Kanerva sei sein "Freund und langjähriger Kollege". Er habe viel Gutes für das Land getan und im Laufe eines Jahres die finnischen Außenbeziehungen "musterhaft" aufgebaut.
200 SMS an Stripperin geschickt
Kanerva war unter Beschuss geraten, nachdem bekannt wurde, dass er der 29-jährigen Stripperin Johanna Tukiainen innerhalb weniger Wochen rund 200 zweideutige SMS geschickt hatte. Tukianen hatte die SMS an die Klatschzeitschrift "Hymy" verkauft und damit die Affäre vor vier Wochen ins Rollen gebracht. Eine Auswahl der Kurznachrichten wurde am Dienstag veröffentlicht. Tukianen hatte bis zuletzt versucht, zunächst durch Rückkauf und dann gerichtlich, den Abdruck der SMS-Nachrichten zu verhindern.
Anfangs hatte Kanerva noch versucht, die Affäre auszusitzen, schon bald musste er aber zugeben, die SMS verschickt zu haben. Er habe aber lediglich einige Mitteilungen wegen eines von der Tänzerin erwogenen Auftritts bei einem Betriebsfest im Außenministerium geschickt. "Aus Spaß" habe er sich dabei auch nach ihrer bevorzugten Unterwäsche erkundigt. Als schließlich die Wellen immer höher schlugen, entschuldigte er sich bei einer Pressekonferenz im Anschluss an die jüngste Tagung des EU-Gipfels in Brüssel.
Nicht die erste SMS-Affäre
Kanerva hatte schon vor seiner Ernennung zum Minister im vergangenen Jahr Schlagzeilen gemacht, als er zahlreiche SMS-Mitteilungen sexuellen Inhalts an weibliche Bekanntschaften aus einem Nachtclub in der estnischen Hauptstadt Tallinn geschickt hatte. Genau solch einen Skandal hatte Parteichef Katainen erneut gefürchtet und Kanerva vor seiner Ernennung zum Minister das Versprechen abgerungen, die Partei davor zu bewahren. "Dieses Versprechen hat er nicht gehalten", sagte Kanerva.
Stubb wird neuer Außenminister
Neuer finnischer Außenminister wird nun der langjährige EU-Abgeordnete Alexander Stubb. Er hat unter anderem in der finnischen EU-Vertretung in Brüssel gearbeitet und war Berater des ehemaligen EU-Kommissionspräsidenten Romano Prodi. Bei der Wahl zum Europäischen Parlament 2004 erwies sich der redegewandte Stubb für die Konservativen als zugkräftiger Stimmenmagnet.
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