Peinlicher Fehler

USA lieferten Taiwan irrtümlich Raketenzünder

Ausland
26.03.2008 17:21
Eine peinliche Panne des US-Militärs ist jetzt bekannt geworden: Anstatt der bestellten Hubschrauber-Batterien hat die amerikanische Luftwaffe vor zwei Jahren irrtümlich Bauteile für Atomraketenzünder nach Taiwan gebracht. Das teilte der US-Staatssekretär für die Luftwaffe, Michael Wynne, am Dienstag in Washington mit. Wynne bezeichnete den Vorfall aber als "sehr beunruhigend". Dei falsche Lieferung fand bereits 2006 statt und wurde bei einer Lagerinventur entdeckt. US-Verteidigungsminister Robert Gates ordnete nach Angaben seines Ministeriums eine Untersuchung an.

Zugetragen hat sieh die Verwechslung vor zwei Jahren auf einem Stützpunkt im US-Bundesstaat Wyoming. Die Raketenbauteile seien inzwischen wieder in die USA zurückgebracht worden, sagte Wynne. Die Regierung Taiwans habe Washington in der vergangenen Woche informiert, nachdem die Komponenten in einem Lager entdeckt worden waren. US-Präsident George W. Bush sei über den Vorfall informiert worden, die Volksrepublik China ebenfalls.

Die US-Lieferung enthielt irrtümlich vier Atomraketenzünder, doch hätte sie aus Batterien für Hubschrauber bestehen sollen, teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Wie es stattdessen zum Versand der Bauteile für den Zündmechanismus der Raketen kommen konnte, sei noch nicht völlig geklärt, sagte Vize-Staatssekretär Ryan Henry. Verteidigungsminister Robert Gates habe eine Untersuchung des Vorfalls angekündigt. Vertreter des Ministeriums betonten, es sei kein Atommaterial verschickt worden. Die Zünder befänden sich wieder unter US-Kontrolle.

China befindet sich mit Taiwan im Kriegszustand und bemüht sich derzeit, mit einer Modernisierung seines Militärs seinen technologischen Rückstand gegenüber den überwiegend aus den USA stammenden Waffen Taiwans aufzuholen. Waffenlieferungen der USA an Taiwan sind ein ständiger Reibungspunkt zwischen der Peking und Washington. Die Volksrepublik betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz.

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