Empörung
China übt Kritik an EU wegen Boykott-Drohung
Am Mittwoch wird sich der außenpolitische Ausschuss des Europäischen Parlaments mit der Lage in Tibet befassen. Der Präsident des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering (CDU), hatte am Wochenende in einem Interview der "Bild am Sonntag" Boykottmaßnahmen nicht ausgeschlossen, wenn es keine Signale Pekings zur Verständigung mit dem Dalai Lama geben sollte. China müsse umgehend mit dem religiösen Oberhaupt der Tibeter einen Dialog aufnehmen, forderte der deutsche Politiker.
Eklat bei Entfachung des Olympischen Feuers
Unterdessen sind die drei französischen Demonstranten, die am Montag die Zeremonie zur Entfachung des Olympischen Feuers in Olympia kurz gestört hatten, wieder frei. Gegen sie sei Anklage wegen Beleidigung erhoben worden, berichtete der staatliche griechische Rundfunk (NET) am Dienstagmorgen. Wann es zum Prozess kommen soll, blieb zunächst unklar. "Wir wollten nicht die Griechen beleidigen. Wir wollten gegen das chinesische Regime protestieren", sagte einer der Männer vor griechischen Reportern.
Die Mitglieder der Organisation "Reporter ohne Grenzen" hatten am Montag im Stadion der Antiken Stätte von Olympia mit Schreien und Transparenten die Zeremonie vorübergehend gestört. Einem der drei gelang es, bis hinter das Podium zu laufen, wo der Parteichef von Peking und Präsident des chinesischen Organisationskomitees BOCOG, Liu Qi, eine Rede hielt.
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Dabei zeigte er eine dunkle Flagge auf der die Olympischen Ringe als Handschellen abgebildet waren (im Bild oben). Die Bilder gingen um die Welt. Das Olympische Feuer soll am kommenden Sonntag in Athen den chinesischen Organisatoren übergeben werden.
China verurteilt Aktion als "schändlich"
China hat gegen die Protestaktion während der Zeremonie zur Entfachung des Olympischen Feuers in Olympia in Griechenland protestiert. "Jede Aktion, die darauf zielt, den Fackellauf zu stören, ist schändlich", sagte der Sprecher des Außenministeriums, Qin Gang, am Dienstag vor der Presse in Peking zu der Demonstration von drei Franzosen von der Organisation "Reporter ohne Grenzen" gegen das chinesische Vorgehen in Tibet.
Zudem forderte der chinesische Sprecher alle Staaten, durch die der Fackellauf gehen wird, auf, Vorkehrungen gegen geplante Demonstrationen zu treffen. "Die Behörden der Länder sind verpflichtet, einen reibungslosen Fackellauf zu gewährleisten." Die chinesische Staatspresse ignorierte die Störung der Zeremonie weitgehend. Zwar berichteten die großen chinesisch- und englischsprachigen Zeitungen ausführlich über die Entzündung des Olympischen Feuers, erwähnten die Demonstration dabei aber nicht.
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