Steueraffäre

Ermittlungen gegen Starsängerin Milva eingeleitet

Ausland
19.03.2008 13:45
In der Liechtensteiner Steueraffäre sind die ersten Namen italienischer Verdächtiger publik geworden. Zu ihnen zählt nach Angaben italienischer Medien vom Mittwoch die Starsängerin Milva. Ihr Name steht auf der Liste von 450 Italienern mit Bankkonten in Liechtenstein, die derzeit von der römischen Staatsanwaltschaft überprüft wird. Die Sängerin kommentierte lediglich, sie sei über die Ermittlungen gegen sie informiert worden. Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft Bochum mit ihrem harten Vorgehen in der Liechtensteiner Steueraffäre eine Flut von Selbstanzeigen verängstigter Steuersünder ausgelöst.

Neben Milva stehen unter anderem auch der EU-Parlamentarier Vito Bonsignore, der rund 5,5 Millionen Euro auf einem Konto in Liechtenstein deponiert haben soll, sowie der italienische Abgeordnete Luigi Grillo auf der Verdachtsliste. Er habe "mehrere hundert Millionen Euro" auf einem Konto liegen. Grillo wies die Vorwürfe zurück.

Die italienischen Behörden ermitteln wegen Steuerbetrugs oder Geldwäsche gegen insgesamt 157 Kontoinhaber. Die Linke fordert, nachdem die Parlamentswahl Mitte April die Debatte über die Steueraffäre angeheizt hatte, dass die Namen der verdächtigten Politiker veröffentlicht werden.

Neue Flut von Selbstanzeigen in Deutschland
Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft Bochum mit ihrem harten Vorgehen in der Liechtensteiner Steueraffäre eine Flut von Selbstanzeigen verängstigter Steuersünder ausgelöst. Allein in den vergangenen drei Wochen habe sich die Zahl der bei der Strafverfolgungsbehörde eingegangenen Steuerbeichten auf gut 150 verdoppelt, berichtete am Mittwoch der Sprecher der Staatsanwaltschaft Eduard Güroff. Darüber hinaus seien Abschlagszahlungen von mehr als 30 Millionen Euro eingegangen. Weitere Zahlungen in Millionenhöhe seien angekündigt, sagte der Sprecher.

Die Bochumer Ermittler sind derzeit damit beschäftigt, die bei den groß angelegten Durchsuchungen im Februar sichergestellten Daten auszuwerten. Seit diesem großen Schlag seien nur noch ein oder zwei ergänzende Durchsuchungen vorgenommen worden, sagte Güroff.

Ob in absehbarer Zeit eine weitere Durchsuchungswelle geplant ist, ließ der Justizsprecher offen. "Wir klären jetzt erst einmal ab, was wir haben." Derzeit liefen die Ermittlungen auch deshalb mit gebremster Kraft, weil zahlreiche Fahnder die Osterferien in Nordrhein-Westfalen für einen Urlaub nutzten.

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