Uralt-Schuldschein

Amerikanerin klagt US-Stadt auf 22 Mio. Dollar

Ausland
19.03.2008 09:58
Es ist die wohl ungewöhnlichste Klage gegen eine amerikanische Stadt, die es je gegeben hat: Joan Kennedy Biddle behauptet, dass ihr Tampa im Bundesstaat Florida 22 Millionen Dollar (umgerechnet rund 14 Millionen Euro) schuldet. Als Beweis hat sie einen Schuldschein vorgelegt. Der ist allerdings schon 147 Jahre alt...

Biddles Urgroßvater Thomas Pugh Kennedy Biddle hatte während des amerikanischen Bürgerkriegs ein Geschäft in Tampa geführt. Weil die Stadtverwaltung dringend Geld für Munition brauchte, lieh sie sich von Biddle 229 Dollar und 58 Cent und bekam das auf einem Wechsel quittiert. 

Den rahmte der Geldgeber und hängte ihn an die Wand. Das historische Dokument wurde von Generation zu Generation vererbt. Weil der Betrag im Laufe der Zeit immer kleiner erschien, kam niemand auf die Idee, das Geld einzufordern. Bis Joan der Geistesblitz kam. Sie ließ ausrechnen, dass sich die Schuldsumme bei einem Zinssatz von acht Prozent um 21.999.701,42 Dollar vergrößert hat.

Diesen Betrag klagt die 77-Jährige nun ein. Tampas Anwalt David Smith ist überzeugt, dass die Klage abgewiesen wird: "Laut Statuten ist der Anspruch längst verjährt." Biddle sieht das anders: "Bei Schuldscheinen gilt das Ausstellungsdatum. Und 1861 gab es noch keine Verjährungsfrist."

Kronen Zeitung
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