Historische Rede
Kanzlerin Merkel beschwört Freundschaft zu Israel
Merkel dankte den Abgeordneten der Knesset für die Ehre, dort sprechen zu dürfen. Merkel war die erste ausländische Regierungschefin, die vor dem israelischen Parlament sprach - diese Ehre wurde bisher nur Staatsoberhäuptern zuteil. Für Merkel, die trotz des Protests einiger Abgeordneter den Hauptteil ihrer Rede auf Deutsch sprach, wurde eine Ausnahmeregelung getroffen.
Merkel betonte, Deutschland und Israel seien für immer durch die Erinnerung an den Holocaust verbunden. Der im deutschen Namen verübte Massenmord an sechs Millionen Juden habe unbeschreibliches Leid über das jüdische Volk, über Europa und die Welt gebracht. Merkel, die das hebräische Wort für den Holocaust verwendete, erklärte: "Die Shoah erfüllt uns Deutsche mit Scham." Der Zivilisationsbruch durch die Shoah sei beispiellos und habe Wunden bis heute hinterlassen.
Zum Abschluss ihrer dreitägigen Reise beforderte die Kanzlerin in der Knesset in Jerusalem Israelis und Palästinenser zu "schmerzlichen Zugeständnissen" auf, um Frieden im Nahen Osten zu schaffen. Sie erinnerte dabei an das Wunder der deutschen Einheit. Mit Blick auf den Holocaust sprach die Kanzlerin zum Ende des Aufenthalts aus Anlass der Staatsgründung Israels vor 60 Jahren von "besonderen, einzigartigen Beziehungen" zwischen Deutschland und Israel.
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