Sex-Skandal

New Yorker Gouverneur Spitzer zurückgetreten

Ausland
13.03.2008 08:27
Der in einen Prostitutionsskandal verwickelte New Yorker Gouverneur Eliot Spitzer hat seinen Rücktritt erklärt. Mit dem Amtsverzicht ziehe er die Konsequenzen aus seinem "privaten Fehlverhalten", sagte der US-Demokrat am Mittwoch in New York. "Während meiner Karriere im Staatsdienst habe ich immer darauf bestanden, dass Menschen ungeachtet ihrer Stellung für ihr Handeln Verantwortung tragen", sagte Spitzer. "Nichts weniger erwarte ich auch von mir selbst." Erneut vermied es Spitzer, sich im Detail zu den Vorwürfen zu äußern. Ein Bekenntnis zu strafbarem Handeln legte er nicht ab. Spitzer war erst seit 2007 im Amt.

Der Regierungschef des Staates New York, der sich vor allem als Saubermann und "Sheriff der Wall Street" einen Namen gemacht hatte, war offenbar bei einem Lauschangriff der Bundespolizei FBI ertappt worden, als er bei einem illegalen Prostitutionsring telefonisch Liebesdienstleistungen bestellte. 

US-Presseberichten zufolge soll er in den vergangenen zehn Jahren bis zu 80.000 Dollar an den Ring gezahlt haben. Die "New York Times" hatte zu Wochenbeginn enthüllt, der Gouverneur sei bei mehreren Telefonaten zur Vereinbarung eines Treffens mit einer Edel-Prostituierten abgehört worden.

Parteifreunde forderten Rücktritt
Trotz einer öffentlichen Entschuldigung, die er am Mittwoch im Beisein seiner Frau wiederholte, stand Spitzer unter massivem Rücktrittsdruck. Die oppositionellen Republikaner im US-Ostküstenstaat hatten mit einem Amtsenthebungsverfahren für den Fall gedroht, dass er Gouverneur bleiben sollte. US-Medieninformationen zufolge hätten auch demokratische Abgeordnete ein solches Verfahren unterstützt.

Im November 2006 war Spitzer mit dem Rekordergebnis von 69 Prozent zum Gouverneur des Staats New York gewählt worden und hatte das Amt Anfang 2007 übernommen. Er galt als einer der Hoffnungsträger der Demokratischen Partei. Als Gouverneur kündigte er neue ethische Standards für die Politik an. 

Acht Jahre lang oberster Staatsanwalt in New York
Zuvor war er acht Jahre lang oberster Staatsanwalt des Staates New York gewesen. Als Strafverfolger machte er durch sein hartes Vorgehen gegen Finanzkriminalität an der Wall Street Schlagzeilen. Mindestens zweimal ließ er auch einen Prostitutionsring auffliegen und verschärfte zudem den Kampf gegen Korruption. Spitzer ist einer von 800 ungebundenen "Super-Delegierten" für den Parteitag der Demokraten Ende August.

Spitzer kündigte an, die Amtsgeschäfte am kommenden Montag an seinen Stellvertreter David Paterson übergeben zu wollen. Paterson wäre der erste afroamerikanische Gouverneur des Bundesstaats New York und der erste blinde Gouverneur in der US-Geschichte. Der designierte Regierungschef kündigte einen raschen Schlussstrich unter die Affäre an. "Es ist nun Zeit, sich wieder an die Arbeit zu machen und das zu tun, was die Menschen von uns erwarten."

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