Obama-Beleidigung

Clinton-Wahlhelferin zurückgetreten

Ausland
13.03.2008 13:25
Eine prominente Wahlhelferin der US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton ist nach umstrittenen Äußerungen über die schwarze Hautfarbe des demokratischen Rivalen Barack Obama zurückgetreten. Sie habe sich zu diesem Schritt entschlossen, um sich besser verteidigen zu können, sagte die Spendensammlerin Geraldine Ferraro nach Angaben des TV-Senders CNN am Mittwoch (Ortszeit). Sie hatte zuvor erklärt, der schwarze Senator Barack "wäre nicht in seiner derzeitigen Position, wenn er weiß oder eine Frau wäre". Die Bemerkung hatte für erheblichen Wirbel und Kritik aus dem Obama-Lager gesorgt.

"Das Obama-Lager greift mich an, um Sie zu verletzen. Das werde ich nicht zulassen", hieß es den Angaben zufolge in einem Brief Ferraros an Clinton, in dem sie ihren Rücktritt bekanntgegeben habe. Zuvor hatte sie vehement bestritten, dass es sich um eine rassistische Bemerkung gehandelt habe. Geraldine war 1984 erste weibliche Vizepräsidentenkandidatin und außerdem in der Vergangenheit Kongressabgeordnete. Obama hatte die Bemerkung als "völlig absurd" zurückgewiesen.

Erst am Dienstag hatte Obama bei den Vorwahlen im US-Bundesstaat Mississippi erneut einen klaren Sieg errungen und seinen Vorsprung vor Clinton ausgebaut. Obama erhielt 61 Prozent der Stimmen, die ehemalige First Lady 37 Prozent. Damit hat Obama nun 130 Delegiertenstimmen mehr hinter sich als seine Konkurrentin. Die Abstimmung in Mississippi war die letzte vor einer sechswöchigen Pause: Erst am 22. April steht die nächste Kandidaten- Kür im bevölkerungsreichen Bundesstaat Pennsylvania an.

Zugleich wurde immer deutlicher, dass die beiden Vorwahlen in Michigan und Florida sehr wahrscheinlich wiederholt werden. Es müsse sichergestellt werden, dass die mehr als 300 Delegierten aus beiden Staaten beim Nominierungsparteitag der Demokraten Ende August in Denver mit abstimmen können, sagte Obama. Er werde in dieser Frage allem folgen, was die Parteiführung entscheide. Nachgezogene Vorwahlen in den beiden Staaten könnten im Duell Obama-Clinton entscheidend sein.

Florida und Michigan hatten ihre Abstimmungen gegen den Willen der Partei auf Jänner vorgezogen. Als Strafe hatte der Parteivorstand entschieden, die Delegierten auf dem Nominierungskongress nicht mitstimmen zu lassen. Clinton und Obama hatten in Absprache auf Wahlkampfauftritte in den Staaten verzichtet, und der Name des schwarzen Senators tauchte in Michigan nicht auf den Wahlzetteln auf. Dennoch gingen viele Wähler zu den Urnen und bescherten Clinton in beiden Staaten einen Sieg.

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