Gratis-Kindergärten

600 Kinder werden bald kostenlos betreut

Steiermark
29.02.2008 12:35
In drei steirischen Modell-Kleinregionen wird im Herbst 2008 das von Hermann Schützenhöfer (ÖVP) initiierte Pilotprojekt "Gratis-Kindergarten in der Steiermark" starten. Im Raum Birkfeld und in der Kleinregion Gleisdorf in der Oststeiermark sowie in den obersteirischen Gemeinden Oberwölz-Lachtal und Niederwölz können die Kinder den Kindergarten gratis besuchen. In den drei Kleinregionen wird eine ganztägige Kinderbetreuung für Drei- bis Sechsjährige angeboten werden.

Mit dem Gratis-Kindergarten gehe "ein großer persönlicher Wunsch von mir in Erfüllung", so Schützenhöfer: "Es war mir immer ein Anliegen alles zu tun, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu stärken. Europa werde arm an Kindern - vor 25 Jahren gab es in der Steiermark rund 15.000 Geburten und rund 16.000 Schulanfänger, nun sind es nur noch rund 10.000 Geburten und etwa 11.400 Schulanfänger.

Kinder müssen wegen Geldnot zu Haus bleiben
Untersuchungen hätten ergeben, dass 30 Prozent der Mütter aufgrund finanzieller Schwierigkeiten ihr Kind nicht in den Kindergarten schickten. Da junge Menschen in dieser Hinsicht nicht benachteiligt werden sollten, werde das Pilotprojekt in den drei Modell-Kleinregionen gestartet, so Schützenhöfer. 

Bald 16 Gratis-Kindergärten
Mit 16 Kindergärten und 600 Kindern ist das Pilotprojekt auf drei Jahre vom Land Steiermark finanziert. Die Kosten betragen 1,8 Millionen Euro, davon kommt eine Million Euro aus dem Wachstumsbudget und 800.000 Euro aus Bedarfszuweisungsmittel. Die Zusatzkosten für den Steiermark weiten Gratiskindergarten betragen rund 35 Millionen Euro.

Steiermark hinkt EU-Richtlinien hinterher
Das Barcelona-Ziel der EU sieht vor, dass bis zum Jahr 2010 die außerhäusliche Betreuung von Drei- bis Sechsjährigen bei mindestens 90 Prozent liegen muss. Die Steiermark rangiert mit 77 Prozent deutlich dahinter, so Schützenhöfer. Bei der Ganztagskinderbetreuung liegt der Österreichwert bei 44 Prozent, jener der Steiermark bei nur 18 Prozent.

Wissenschaftliche Untersuchungen
Das Pilotprojekt wird vom Österreichischen Institut für Familienforschung (ÖIF) wissenschaftlich begleitet. Isabella Hranek vom ÖIF: "Die Ziele sind klar - eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf; weiters die Frage, wie sich die Betreuungsquote verändert sowie die Zufriedenheit der Eltern. 

Zwei Hauptuntersuchungen werden durchgeführt, so Hranek: "Wir evaluieren das Gratis-Kindergarten-Angebot und konzentrieren uns auf die Eltern, die die Kinder nicht im Kindergarten betreuen lassen. Nächstes Jahr werden wir Eltern befragen und dann werden wir die Zufriedenheit der Eltern mit der Nachmittagsbetreuung für ihre Kinder untersuchen."

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