Zu Tode gehungert

Arbeitsloser hungerte sich auf Hochsitz zu Tode

Ausland
12.02.2008 11:59
Ein arbeitsloser Mann aus Hannover hat sich in einem Waldstück bei Solling im deutschen Bundesland Niedersachsen anscheinend zu Tode gehungert. Zwei Jäger fanden die mumifizierte Leiche des 58-Jährigen auf einem Hochsitz in der Nähe der Kleinstadt Uslar. Der Mann sei nach den bisherigen Untersuchungen vermutlich bereits vor zwei Monaten gestorben, teilte die Polizei am Dienstag mit. Es deute nichts auf ein Verbrechen hin.

Angaben der "Sollinger Allgemeinen" zufolge soll der 58-Jährige in der Zeit vor seinem Tod ein Tagebuch geführt haben. Aus dem Büchlein gehe hervor, dass der Mann 24 Tage lang keine feste Nahrung zu sich nahm. Nur ab und zu habe er etwas Wasser getrunken. Er berichtete von Schmerzen und davon, dass er sterben wolle. Der letzte Eintrag stammt vom 13. Dezember.

Nach den Erkenntnissen der Ermittler hatte der 58-Jährige eine gescheiterte Ehe hinter sich. Als er im Oktober kein Arbeitslosengeld mehr erhielt, sei er mit dem Fahrrad von Hannover in das etwa 130 Kilometer entfernte Uslar losgefahren, so ein Polizeisprecher. 

Dort habe er sich dann auf den Hochsitz zurückgezogen und sich anscheinend bewusst zu Tode gehungert. Warum der Mann diesen Ort wählte, sei unklar. Zwei Jäger, die die Leiter des Hochsitzes reparieren wollten, fanden wie erst jetzt bekannt wurde am Freitag vergangener Woche die Leiche des 58-Jährigen und das Tagebuch.

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