Nach Putschversuch
Australische Armee jagt in Osttimor Verdächtige
Schwerpunkt waren zunächst die Außenbezirke der Hauptstadt Dili. Die Soldaten durchkämmten von dort aus den Dschungel und suchten nach Verdächtigen. UNO-Sprecherin Alison Cooper bestätigte, dass eine "Operation gegen Aufständische" begonnen habe.
Der 58-Jährige Friedensnobelpreisträger Ramos-Horta, der sein Land in die Unabhängigkeit von Indonesien geführt hatte, wurde am Montag von mehreren Kugeln getroffen und wird derzeit in Australien behandelt. Generalstaatsanwalt Longuinhos Monterio erklärte am Mittwoch, dass Haftbefehle gegen 18 Verdächtige erlassen würden. Bisher wurde niemand im Zusammenhang mit den Attentaten festgenommen.
Rebellenführer Alfredo Reinado und einer seiner Leute wurden bei dem Angriff auf Ramos-Horta erschossen. Das Nachbarland Australien stellte bisher fast 800 der 1.400 Mann starken UNO-Friedenstruppe und hat seine Präsenz nach dem Putschversuch noch einmal verstärkt.
Osttimor: Ärmstes Land Südostasiens
Osttimor ist das ärmste Land Südostasiens mit knapp einer Million Einwohner. Es war 400 Jahre portugiesische Kolonie. Nach dem Abzug der Europäer fiel 1975 Indonesien ein. Osttimor ist wegen Bodenschätzen wie Öl und Gas attraktiv. Bei einem Referendum 1999 sprachen sich mehr als Dreiviertel der Einwohner für die Unabhängigkeit aus. Wütende pro-indonesische Kräfte entfesselten daraufhin unter Duldung und Beteiligung von Armee und Polizei bürgerkriegsähnliche Zustände, bei denen hunderte Menschen ums Leben kamen. Nach einer UNO-Übergangsverwaltung erlangte das überwiegend katholische Land im Jahr 2002 seine Unabhängigkeit.
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