Nach Angriffen

Israelische Minister für härteres Vorgehen in Gaza

Ausland
10.02.2008 18:19
Israel macht einen Friedensvertrag mit den Palästinensern vom Stopp der Raketenangriffe aus dem Gazastreifen abhängig. Solange die Angriffe aus der von der islamistischen Hamas beherrschten Küstenregion andauerten, gebe es keine Aussicht auf einen palästinensischen Staat unter Einschluss des Gazastreifens, sagte Außenministerin Tzipi Livni am Sonntag. "Mit der Hamas gibt es keine Hoffnung für das palästinensische Volk."

Israelische Minister forderten angesichts dauernder Raketenangriffe militanter Palästinenser noch härtere Militärschläge im Gazastreifen. Während der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem erklärte Innenminister Meir Sheetrit nach Rundfunkberichten, die Armee müsse als Abschreckungsmaßnahme Wohnviertel in Gaza "auslöschen". Die Einwohner sollten allerdings vorher gewarnt werden.

Vize-Ministerpräsident Haim Ramon forderte, einen "Feuerregen" über den Teilen des Gazastreifens niedergehen zu lassen, aus dem die Raketen abgefeuert werden. Er und andere Minister verlangten, die Verantwortlichen für die Angriffe zu töten. Sheetrit nannte als "legitimes Ziel" den Chef der Hamas-Regierung im Gazastreifen, Ismail Haniyeh.

Olmert kündigt Fortsetzung der Vergeltungsangriffe an
Ministerpräsident Olmert kündigte unterdessen im Kabinett eine Fortsetzung der Vergeltungsangriffe an. "Wir werden weiterhin alle Terrorelemente ins Visier nehmen." Verteidigungsminister Ehud Barak sagte beim Besuch Sderots, die Armee werde mit allen Mitteln gegen die Angriffe vorgehen.

Dagegen äußerte sich der palästinensische Chefunterhändler Ahmed Korei zuversichtlich, noch dieses Jahr zu einer Einigung zu kommen. Voraussetzung sei guter Wille auf beiden Seiten. Eine Eskalation der israelischen Militäreinsätze könnte die Verhandlungen jedoch gefährden.

Achtjähriger bei Raketenangriff schwer verletzt
Am Samstag waren bei einem Raketenangriff auf Jerusalem zwei Brüder im Alter von 19 und acht Jahren (Bild) schwer verletzt worden. Die Ärzte mussten ein Bein des Achtjährigen amputieren. Am Freitag und Samstag schlugen insgesamt etwa 40 Kassam-Raketen im israelischen Grenzgebiet ein.

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