Bhutto-Mord

Scotland Yard legt Abschlussbericht vor

Ausland
08.02.2008 15:49
Die pakistanische Oppositionsführerin und ehemalige Premierministerin Benazir Bhutto ist laut einem Untersuchungsbericht von britischen Anti-Terror-Experten von Scotland Yard bei ihrer Wahlkampfveranstaltung Ende Dezember durch die Wucht der Explosion getötet worden. Anders als von Bhuttos Pakistanischer Volkspartei (PPP) dargestellt, waren demnach kurz zuvor abgefeuerte Schüsse nicht die Todesursache.

Die britischen Ermittler, welche auf Ersuchen des pakistanischen Regimes tätig wurden, stützen die Version der Behörden, wonach der Kopf der ehemaligen Regierungschefin durch die der Wucht der Explosion gegen das offene Dach ihres gepanzerten Fahrzeugs geschleudert wurde. Die dadurch entstandene Kopfverletzung sei tödlich gewesen, heißt es in dem von Scotland-Yard-Inspektor John McBrayne unterzeichneten Bericht. 

Bhutto von Einzeltäter ermordet
Bhutto wurde demnach Opfer eines Einzeltäters. Dieser habe zunächst Schüsse abgefeuert und dann einen in Eigenfertigung hergestellten Sprengsatz gezündet. Zunächst war von zwei Attentätern die Rede gewesen. Die PPP-Vorsitzende war am 27. Dezember während des Wahlkampfs in Rawalpindi getötet worden.

PPP weist Bericht zurück
Eine PPP-Sprecherin wies die Ermittlungsergebnisse von Scotland Yard am Freitag zurück. Man sei nach wie vor überzeugt, dass Bhutto an einer Schussverletzung gestorben sei. Die Ermittler seien von der pakistanischen Polizei abhängig gewesen, sagte Sherry Rehman. Staatschef Pervez Musharraf hatte die Ermittler von Scotland Yard nach dem Attentat eingeladen, nachdem das Vertrauen in eine unabhängige Untersuchung fehlte. Die Parlamentswahlen wurden nach dem Attentat auf den 18. Februar verschoben.

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