Region unter Schock

Unfall zerstört Familie: Eltern tot, Kind überlebt

Ein schreckliches Unglück im niederösterreichischen Waldviertel zerstörte nicht nur das Glück einer jungen Familie, sondern erschütterte eine ganze Region. In den Nachmittagsstunden des Samstags erfasste ein Güterzug an einer bereits berüchtigten Stelle ein Auto – diesmal gab es zwei Tote (34, 39), nur die kleine Tochter des Ehepaars überlebte.

War es ein blendender Sonnenstrahl oder ein folgenschwerer Aussetzer? Die Ursache des Unglücks bei Allentsteig im nördlichen Waldviertel bleibt vorerst ungeklärt. Fest steht nur, dass die 34-jährige Lenkerin und gebürtige Türkin gegen 16 Uhr nahe der alten Haltestelle Thaua den mit einem Blinklicht gesicherten Übergang der Franz-Josefs-Bahn überqueren wollte.

Just in diesem Moment näherte sich ein Güterzug. Die Folgen waren verheerend. Denn das tonnenschwere Schienenfahrzeug erfasste den Wagen, in dem neben Vater (39) und Mutter im Fond auch die zweijährige Tochter saß (das Alter des Kindes wurde in ersten Berichten mit fünf Jahren angegeben, aber später korrigiert, Anm.). 

Bergung dauerte Stunden
Die Bergung der Eltern dauerte mehrere Stunden. Der Pkw musste mittels Seilwinden vom Zug getrennt werden. Lediglich die Zweijährige konnte lebend befreit und mit dem Notarzthubschrauber in ein nahes Spital geflogen werden. Der Lokführer blieb unverletzt, erlitt aber einen schweren Schock und musste von einem Kriseninterventionsteam betreut werden.

Dieser Güterzug erfasste das Auto der dreiköpfigen Familie.
Dieser Güterzug erfasste das Auto der dreiköpfigen Familie.(Bild: zVg)

In der niederösterreichischen Garnisonsstadt herrschen nach der Tragödie Bestürzung, Betroffenheit und Trauer. Denn die vor einigen Jahren zugezogene Familie war dort äußerst beliebt. Zurück bleibt der Schock und eine so junge Waise ...

Sperre nach drei Stunden aufgehoben
Die Streckenunterbrechung zwischen Göpfritz an der Wild und Allentsteig wurde kurz nach 19 Uhr aufgehoben.

Die FF Allentsteig, Göpfritz, Schwarzenau und Thaua standen mit mehr als 50 Kräften im Einsatz. Das Rote Kreuz hatte Helfer aus Allentsteig und Waidhofen a.d. Thaya sowie den Bezirkseinsatzleiter entsandt. Hinzu kam der „Christophorus“-Hubschrauber, der das Kleinkind abtransportierte. Die Polizei war mit drei Streifen an Ort und Stelle.

Es krachte dort schon mehrmals
Die betreffende Bahnkreuzung auf der L75 bei Allentsteig war schon mehrmals Schauplatz fataler Zusammenstöße. 2015 verlor dort ein 49-jähriger Lokführer sein Leben, als dessen Zug einen Sattelschlepper rammte.

2019 gab es Glück im Unglück für einen damals 54-Jährigen aus dem Bezirk Waidhofen an der Thaya. Auch dieser Mann übersetzte mit seinem Wagen den Bahnübergang. Dabei hatte er aber unglaubliches Glück, da nur die Front des Pkw erfasst wurde. Der Fahrer blieb unverletzt und konnte sich selbst aus dem Auto befreien. Er war trotz des Rotlichts der Signalanlage auf die Gleise gefahren.

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