Im Paradies

Gaunerfamilie ging nach 1,5 Jahren das Geld aus

Schon nach 1,5 Jahren war das ganze Geld weg – dennoch wagte sich ein Gaunerehepaar aus dem Bezirk Linz-Land erst nach sechs Jahren Flucht zurück in die Heimat. Beim Verhör schilderte das Paar den Ermittlern, wie dreckig es ihnen im vermeintlichen Paradies auf Sri Lanka erging. Die Justizflüchtlinge wären schon früher heimgekehrt, wenn nur das Geld für den Anwalt gelangt hätte.
Für das Ehepaar Gerald (48) und Andrea H. (45) gilt die Unschuldsvermutung. Sie sollen, wie berichtet, mithilfe von Onkel und Tante 16 Luxusautos im Wert von 550.000 Euro in Österreich gestohlen und in Griechenland verscherbelt haben. Dann flohen die beiden im Juli 2001 mit ihren drei Kindern zunächst nach Griechenland, dann nach Sri Lanka. Doch im Herbst 2002 war die Beute verplempert. „Sie sind beim Sonnenuntergang am Traumstrand gesessen und haben geweint, weil sie nicht mehr wussten, wie’s weiter geht“, so ein Polizist.


Die fünfköpfige „Aussteigerfamilie“ kehrte nach Griechenland zurück, wo der Vater als Hilfsarbeiter auf Baustellen und in Werften werkte: „In Griechenland gibt es keine Meldepflicht und auch bei der Schulanmeldung der Kinder wurden kaum Dokumente verlangt“, wissen die Kriminalisten: „So eine Flucht ist fesch, solange ich genug Geld habe. Aber wenn das fehlt und auch noch Gesundheitsprobleme auftauchen, wird’s mühsam.“ Zuletzt stellte sich das Paar mit seinem Anwalt, sitzt nun in U-Haft.


Symbolbild: Klemens Groh
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