Spur nach S-Afrika

Foco-Fahnder fordern Lauschangriffe

13 Jahre nach der Flucht des mordverdächtigen Linzers Tibor Foco klagt der oberste Zielfahnder die oberösterreichischen Staatsanwälte an: Sie würden Lauschangriffe auf Kontaktpersonen des Justizflüchtlings verbieten, dessen Spur zum südafrikanischen Kap der guten Hoffnung führt. Nur mit Telefon- und Internet-Überwachungen könne der Gesuchte gefunden werden.

Seine Story wurde verfilmt und verklärt: Der Zuhälter und Rennfahrer Tibor Foco (51) war vor 21 Jahren wegen eines Prostituiertenmordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er beteuerte seine Unschuld und beantragte eine Wiederaufnahme, ehe er am 27. April 1995 aus der Linzer Uni entkam. Spuren führten über Tschechien nach Ungarn und Übersee.

„Fahnder jagen Foco in Südafrika“, berichtete die „Krone“ am 12. April 2005, dass der Mordverdächtige in Kapstadt Zuflucht gesucht habe. „Es gibt eine familiäre Beziehung dorthin“, bestätigte Sicherheitsdirektor Alois Lißl die heiße Spur. Seither beobachten die heimischen Zielfahnder, wo ihre Homepage mit ihren Steckbriefen weltweit am meisten angeklickt wird: Focos künstlich gealterte Jugend-Fotos sollen das größte Interesse in einem Kapstädter Internet-Café gefunden haben.

„Wir verzeichnen Tausende Klicks pro Woche“, leugnet Oberstleutnant Reinmüller, kurz vorm Ziel zu sein: „Dazu fehlt uns die notwendige Unterstützung von Seiten der Justiz, deren Interesse sich in Wahrheit in Grenzen hält.“ Die Linzer Staatsanwaltschaft verweigere richterliche Genehmigungen für Lauschangriffe, schütze mit der Privatsphäre seiner Kontaktpersonen auch den Gesuchten.

„Bei uns hat sich noch kein einziger Kriminalbeamter darüber beschwert, dass er sich verlassen fühlt“, beteuert der Erste Oberstaatsanwalt Friedrich Hintersteiniger. Der Erste Staatsanwalt Rainer Schopper bedauert, dass das Oberlandesgericht zwei Telefonüberwachungen von Foco-Angehörigen untersagt hat.

 

Foto: "Krone"

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