Der Embryo wurde dabei nach Angaben der Forscher nicht beschädigt und entwickelte sich ganz normal weiter. Bisher war die Gewinnung der für die Grundlagenforschung begehrten Stammzellen lediglich unter dem Verbrauch der Embryonen möglich. Trotz aller Anstrengungen der Wissenschaft gibt es bisher noch keine einzige therapeutische Anwendung solcher nicht ausdifferenzierter Stammzellen. Das wird wohl auch so bleiben, erklärte der Wiener Genetiker Markus Hengstschläger.
Embryonale Stammzellen können sich prinzipiell zu jeder beliebigen Zellform des menschlichen Körpers entwickeln und sollen eines Tages helfen, Schäden an menschlichem Gewebe und an Organen zu beheben. Die Stammzellenforschung ist jedoch wegen des damit einhergehenden Verbrauchs von Embryonen in Staaten mit christlichem bzw. katholischem Religionshintergrund ethisch hoch umstritten. Die meisten anderen Religionen haben mit der Frage kein Problem. Fragen der Grundlagenforschung können übrigens zum größten Teil auch an embryonalen Stammzellen von Mäusen untersucht werden.
Stammzellen aus Hautzellen hergestellt
Ende November vergangenen Jahres war zwei Teams von Wissenschaftern darüber hinaus die Herstellung von Stammzellen aus Hautzellen gelungen. Man nennt diese Zellen induzierte Pluripotente Stammzellen (iPS). Durch ihre Verwendung in der Forschung dürfte sich - so Hengstschläger - die Notwendigkeit der Benutzung von embryonalen Stammzellen weiter einschränken. Für Therapien sind diese Stammzellen aber derzeit noch nicht geeignet, weil sie Viren enthalten.
Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob man für therapeutische Anwendungen embryonale Stammzellen bzw. multipotente Stammzellen überhaupt benötigt. Sie bergen nämlich infolge ihrer mangelnden Ausdifferenziertheit ein Krebsrisiko in sich. Für spezifische Anwendungen benötigt man viel eher Stammzellen, die sich nur in einer gewünschten Richtung entwickeln können.
Stammzellenproduktion wie am Fließband?
Doch Robert Lanza, Vizepräsident für Forschung und Entwicklung der US-Biotechnologie-Firma Advanced Cell Technology (ACT), der die neue Methode mitentwickelte, erklärte: "Innerhalb der kommenden Monate könnten wir so viele dieser Zellen herstellen, wie wir wollen."









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