Gewitzter Nager

Crash Of The Titans

Spiele
10.01.2008 17:29
Crash Bandicoot, die wohl berühmteste Beutelratte der Welt, meldet sich mit "Crash Of The Titans" auf den Konsolen zurück. In gewohnt unterhaltsamer Manier muss es der leicht dämliche, aber unglaublich charmante Nager erneut mit seinem Erzfeind Dr. Neo Cortex und dessen nicht minder fiesen Nichte Nina aufnehmen.

Der Widersacher der Beutelratte und seine Nichte haben sich diesmal an friedliebenden Tieren zu schaffen gemacht und in Experimenten gewaltige Monster erschaffen, die nun das idyllische Wumpa Island ins Chaos zu drohen stürzen. Klar, dass Crash dies gemeinsam mit der Voodoo-Maske Aku Aku zu verhindern versucht – schließlich befindet sich ganz nebenbei auch noch Schwester Coco in den Fängen der Schurken.

Um alles zum Guten zu wenden, muss Crash ironischerweise ausgerechnet mit jenen Monstern gemeinsame Sache machen, die nach seinem Leben trachten. Taumeln die Kreaturen nach ein paar gezielten Schlägen nämlich Sternchen sehend vor sich hin, kann sich der Nager per Knopfdruck auf den Rücken der deutlich größeren Kolosse schwingen und sich mit Hilfe von Aku Aku ihrer Stärke und Fähigkeiten bemächtigen. 

So sind manche der insgesamt 15 Titanen etwa flink und verfügen über Fernwaffen, während andere zwar nur äußerst behäbig vor sich hin trotten, dafür aber umso stärker zuschlagen können oder beispielsweise immun gegen Feuer oder Kälte sind. Da Crashs schmächtige Ärmchen in der Praxis nicht mit den gewaltigen Pranken der Gegner mithalten können, muss sich die Beutelratte meist von einem zum nächstgrößeren Titanen kämpfen, um dann schließlich eines der kleineren Rätsel - meist genügt es, einen versperrten Durchgang zu durchbrechen oder Schalter umzulegen - bewältigen zu können.

Fernab der Prügel-Action, in der Crash sein akrobatisches Kampfsystem, das neben den bewährten Wirbelattacken auch noch Schläge und Flugtritte, mehrere Angriffs- sowie spezielle Abwehrmöglichkeiten bietet, unter Beweis stellen kann, wartet "Crash Of The Titans" mit der aus Vorgängertiteln bereits bekannten Plattform-Kost auf: Die Beutelratte erklimmt Wände, schwingt an Seilen und hüpft über klaffende Abgründe. Mit Hilfe der magischen Voodoomaske Aku Aku kann Crash in rasanten Passagen sogar surfen und skaten. 

Und das auf Wunsch sogar zu zweit, kann im Koop-Modus doch jederzeit ein zweiter Spieler in das Geschehen miteinsteigen. Zwar gerät man dann meist mit der starren Kamera in Konflikt, die nicht immer ganz leichten Kämpfe sind dafür aber um einiges einfacher zu bewerkstelligen.

Ganz gleich, ob man alleine oder zu zweit loszieht: Begleitet wird der Ausflug der Beutelratte von dem für die Serie typischen Humor. Crash mag zwar nicht der Hellste sein, hat mit seinen komischen Bemerkungen, ob im Spiel oder in den Zwischensequenzen, die Lacher aber auf seiner Seite - wenngleich viele der Gegner ihrerseits versuchen, der Ratte mit spaßigen Kommentaren die Show zu stehlen. Die Musik ist vergleichsweise dezent ausgefallen, passt sich aber elegant den vorherrschenden Verhältnissen an.

Auch optisch weiß "Crash Of The Titans" zu gefallen, obzwar der Titel nicht ganz so opulent und farbenprächtig daherkommt wie etwa "Ratchet & Clank". Dennoch: Beim Springen und Prügeln durch üppige Dschungelvegetation, feurige Vulkanlandschaften oder rostige Industriekomplexe wird dem Auge des Spielers sicher nicht fad. Etwas anders verhält es sich leider mit dem linearen Levelaufbau und den meist gleich ablaufenden Anforderungen an den Spieler: Erst ein wenig hüpfen, dann ein wenig kämpfen, um sich von Titan zu Titan zu schwingen und es schließlich mit einem Boss-Gegner aufzunehmen. Hier wäre definitiv mehr möglich gewesen.

Fazit: "Crash Of The Titans" bietet unkomplizierte und unterhaltende Jump'n'Run-Kost für Jung und Alt. Die Beutelratte punktet neben dem für die Serie bekannten Humor mit einem erweiterten Bewegungs- und Kampfsystem sowie der Möglichkeit, sich auf die Rücken der gewaltigen Bestien zu schwingen und diese zu steuern – auf Wunsch im gelungenen Koop-Modus sogar zu zweit mit einem Freund. Abzüge gibt es hingegen für den linearen Levelaufbau und den sich auf Dauer stark ähnelnden Spielablauf. 

Plattform: Xbox 360 (getestet) PS2, PSP, Wii, DS
Publisher: Vivendi Games
Krone.at-Wertung: 80%

von Sebastian Räuchle

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