08.01.2008 15:12 |

Ausgeschnupft

Impfung gegen Kokainsucht

Mit einer Spritze gegen die Kokainsucht möchte ein Forscher aus den USA Geschichte schreiben. Übersteht der Impfstoff die Zulassungsphasen, dürfte das "Wundermittel" in wenigen Jahren auf den Markt kommen. Dem letzten EU-Bericht zufolge gibt es in Europa rund 4,5 Millionen Kokainkonsumenten.

Auch bei unseren deutschen Nachbarn erfreut sich das Koksen immer größerer Beliebtheit. Bei einer Untersuchung wurden in vielen deutschen Flüsse Spuren von Kokain nachgewiesen. "Koks ist zur Alltagsdroge geworden und wird mittlerweile im Vergleich zu den 80er-Jahren von immer mehr Menschen konsumiert", sagt Petra Franke, Chefärztin der Abteilung für Abhängigkeitserkrankungen einer Düsseldorfer Klinik.

Um die Kokainsucht zu behandeln, gehen Wissenschaftler neue Wege. Thomas Kosten, US-Forscher aus Houston, hat einen Impfstoff entwickelt, der das Immunsystem anregen soll, Antikörper gegen die Kokainmoleküle zu bilden. Der Süchtige wäre dann immun gegen die Droge, weil das Kokain im Blut "entwaffnet" wird, bevor es ins Gehirn gelangen und seine Wirkung entfalten kann.

Eine erste Studie war bereits Erfolg versprechend. "Bei geimpften Patienten halbierte sich der Kokaingebrauch doppelt so häufig wie bei Patienten mit Placebo-Impfung", sagt Thomas Kosten. Im Frühjahr muss die Arznei bei rund 300 Personen getestet werden. Sollte sich der Impfstoff dann als wirkungsvoll erweisen, rechnet Kosten mit einer Zulassung innerhalb weniger Jahre.

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