Krebs-Killer

Salmonellen als Heilmittel gegen Tumore

Wissenschaft
02.01.2008 13:27
Deutsche Forscher wollen Salmonellen-Erreger künftig als Heilmittel gegen Krebs verwenden. Ein Braunschweiger Forscherteam vom Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung untersucht zurzeit, wie das Durchfall-Bakterium, das den wissenschaftlichen Namen "Salmonella typhimurium" trägt, gegen bösartige Tumore im Darm eingesetzt werden kann.

Seit langem ist bekannt, dass Mikroorganismen Tumore gezielt besiedeln und zerstören können, doch erst in den vergangenen zehn Jahren wird die Bakterien vermittelte Krebstherapie systematisch erforscht.

Manche Bakterien siedeln sich nach Verabreichung ins Blut gezielt in Krebsgewebe an, wodurch dieses zerstört wird. Als Grund für die Anreichung dieser Mikroorganismen im Tumor wird vermutet, dass sie sauerstoffarme Verhältnisse für ihr Wachstum benötigen. Und dieses Milieu ist in einem Tumor leichter zu finden als in gesundem Gewebe. Die Erreger zerstören die Krebszellen zum einen bereits dadurch, indem sie sich im Tumor vermehren, außerdem lösen die Einzeller vermutlich eine starke Immunreaktion aus, sodass die körpereigene Abwehr auch gegen den Tumor vorgeht. Ungeklärt ist allerdings weiterhin, wie die Bakterien den Weg zum Krebsgeschwür finden und auf welche Weise sie den Tumor tatsächlich bekämpfen.

Durchfall-Erreger im Einsatz
Ziel des von der Deutschen Krebshilfe geförderten Forschungsprojekts ist es, das Einwandern und die Verbreitung der Bakterien im Tumor zu verbessern. Dazu untersuchen die Wissenschaftler zunächst, wie sich der Durchfall-Erreger in Mäusen mit Darmkrebs verhält und den Tumor zerstört. "Wir wollen eine Krebstherapie entwickeln, die in Zukunft auch bei anderen Krebsarten als wirksame Ergänzung zu herkömmlichen Behandlungsmöglichkeiten eingesetzt werden kann", erklärt Dr. Siegfried Weiß, einer der beteiligten Forscher.

Zum Einsatz beim Menschen würden aber abgeschwächte Erreger angewendet, die für den Organismus ungefährlich sind. Wie die Mikroorganismen am besten getrimmt werden können, um keine unerwünschten Nebenwirkungen hervorzurufen, müssen die Wissenschaftler allerdings erst herausfinden.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.



Kostenlose Spiele