Nachbarn erstochen

64-Jähriger wegen Online-Eintrags ermordet

Ausland
12.12.2007 13:23
In Kalifornien ist erstmals ein Sexualstraftäter von einem Mitbürger ermordet worden, weil dieser in einer öffentlich zugänglichen Internet-Datenbank als mutmaßlicher Pädophiler aufgelistet war. Erst im Nachhinein stellte sich heraus, dass der Mann nie gegen Kinder auffällig geworden war.

Der selbst wegen Gewalttätigkeiten vorbestrafte 29-jährige Mordverdächtige hat angeblich seine Nachbarn bereits zwei Tage vor der Tat darüber informiert, dass er das spätere Opfer als Kinderschänder identifiziert habe. Nachdem die Polizei den 67-Jährigen erstochen in seinem Wohnwagen aufgefunden hatte, erzählten sie den Beamten von den geäußerten Vorwürfen. „Er hatte es aus dem Internet“, zitiert die Los Angeles Times einen Anwohner. „Er sagte, der dürfe hier nicht sein.“

Tatsache ist jedoch, dass der 67-Jährige nie wegen Straftaten gegenüber Kindern auffällig geworden war. Zwar wurde das spätere Opfer wegen anderer ernsthafter Vergehen verurteilt, aber keine stand im Zusammenhang mit Minderjährigen. Ein Vermerk in der Online-Datenbank, der ihm „Oralverkehr mit einer Person unter 14 Jahren oder mit Gewalt“ vorwarf, dürfte dafür verantwortlich sein, dass der mutmaßliche Mörder den Mann als Bedrohung für sein eigenes Kind betrachtet hat. 

Einer LA-Times-Reporterin gestand der Mordverdächtige, er habe nur seinen Sohn schützen wollen, der schon einmal sexuell belästigt worden sei. In Kalifornien ist es seit dem Jahr 2004 erlaubt, persönliche Informationen über verurteilte Sexualstraftäter im Internet zu veröffentlichen.

Symbolbild

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
12.12.2007 13:23
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung