Comic bis Märchen

¿Tristan und Isolde¿ im Linzer Eisenhand

Oberösterreich
10.12.2007 20:05
Wagners „Tristan und Isolde“ hat eine entsprechende Kleinbühnenversion gefunden. Das Landestheater hat den „Ur-Tristan“ des mittelalterlichen Barden Eilhart von Oberg ausgegraben. Fanny Brunner inszenierte ihn im Eisenhand als unentschlossenen Comic, bei dem man wenig lacht und viel Theaterblut schwitzt.

Richard Wagner machte aus der Liebesgeschichte von Tristan und Isolde eine Oper. Doch es gibt auch eine Urversion der Geschichte. Diese hat man ausgegraben und entstaubt, geblieben ist eine überholte Story.

Thomas Kasten zieht als Erzähler in den epischen Sog, der von erzähltem Schauspiel abgelöst wird. Gut zwei Drittel der 110 Minuten dauernden Vorstellung wird nur gequatscht, was der und der macht. Erst im zweiten Drittel kommen einige Brüche vor, szenenhafte Einsprengsel moderner Elemente, die wirklich zum Lachen animieren.

Vorher bleibt alles unentschlossen zwischen Comic und Märchenerzählung, zwischen Schauspiel und Sprechtheater, zwischen Rockmusik und Lautenklängen, zwischen Theaterblut und „Serienspecial“ oder was auch immer. Es ist von allem etwas dabei, leider von allem zu wenig, als dass es eine schlüssige Form annehmen würde.

Schade, denn Tristan und Isolde hätten das Potenzial für ein pfiffiges Manga auf Bühnenbretteln.

Nächste Vorstellungen: 12., 18., 20. 12.

 

 

Foto: Brachwitz

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