10.12.2007 01:20 |

"Full Metal Handy"

Samsung SGH-G800 im Test

„Das ist mein Handy. Es gibt viele Handys, aber dieses hier ist meines“, können vom Samsung SGH-G800 wohl erst wenige behaupten. Zum einen, weil es gerade erst erhältlich ist - zum anderen, weil man 599,- Euro unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers nicht so mir nix dir nix für ein Mobiltelefon ausgibt. Auch wenn es mit einem Vollmetallkleid, HSDPA-Technologie und einer Fünf-Megapixel-Digitalkamera ausgestattet und vielleicht eine der vielversprechendsten Neuvorstellungen des Jahres ist. krone.at hat mit dem brandneuen Slider-Handy das Wochenende verbracht.

In die Kategorie „klein und unauffällig“ gehört das SGH-G800 ganz sicher nicht. Als erstes fällt das glänzende Vollmetallkleid des Handys auf - dem Gefühl nach handelt es sich um gebürsteten und auf Hochglanz polierten Edelstahl -, danach bemerkt man die massive, schiebbare Verschlusskappe der Kameralinse, die mit einem satten „Klack!“ zur Seite federt. Und nicht zuletzt das farbenprächtige Display und die großzügig geformten Tasten. Letzteres ist allerdings kein Wunder, es ist ja genügend Platz am Handy.

Hier die Eckdaten des SGH-G800:

  • HSDPA/UMTS-Handy
  • 5-MP-Digicam
  • optischer 3-fach-Zoom
  • starker Xenonblitz
  • Autofokus
  • MPEG-4-Video-Aufzeichnung
  • integrierte Software für Videoschnitt und Fotobearbeitung
  • 140 MB Speicher intern, microSD-Slot
  • Radio, MP3-Player
  • OS: Samsung proprietär
  • integrierte Google-Suche
  • Gewicht: 139 Gramm (mindestens!)

Fotografieren mit dem Fotohandy - oder der Telefonkamera?
Das einzige Handy mit Fünf-Megapixel-Kamera ist das SGH-G800 freilich nicht. Aber schon beim ersten Druck auf den Auslöser vermittelt es mehr den Eindruck einer Digitalkamera, als die meisten Mitbewerber. Aufgrund der zwei Zentimetern Tiefe konnte man dem SGH-G800 einen Auslöseknopf in normaler Größe spendieren. Und weil es eben nicht so flach ist, liegt das Fotohandy auch angenehm in der Hand.

Im Fotomodus ist man nach zirka zwei Sekunden „schussbereit“, die Zeit vom Fokussieren bis zur Aufnahme ist so kurz, wie bei einer „echten“ Digitalkamera. Sprich: Man packt die Kamera... ähem, das Handy aus, schiebt die Abdeckung zur Seite und erwischt mit hoher Wahrscheinlichkeit sein Motiv, so wie man es vor einem Moment noch vor Augen hatte. Hier lässt das SGH-G800 die Konkurrenz bluten, bei der man in 99% der Fälle wesentlich länger auf die Gefechtsbereitschaft des Geräts wartet. Erfreulich ist auch, dass sich die Verzerrung der Kameralinse in Grenzen hält und eine Krümmung bei entsprechender Entfernung zum Motiv nicht erkennbar ist.

Auch der Blitz steht reinrassigen Digicams in nichts nach. Das Xenonlicht sorgt aufgrund seiner hohen Farbtemperatur aber von Natur aus für einen Blaustich im Licht, man kennt es von Auto-Scheinwerfern. Solange man nur die Umgebung aufhellt, um für eine kürzere Belichtungszeit zu sorgen, funktioniert das wunderbar und bringt mehr als akzeptable Aufnahmen. Knipst man bei absoluter Dunkelheit oder recht schummrigem Licht (dunkler, als es in den meisten Diskotheken sein wird), so bekommt das SGH-G800 Probleme beim Weißabgleich und liefert blau- bzw. grünstichige Fotos. Das ist aber der einzige, winzige Makel, dem man dem Samsung-Handy ankreiden kann.

Beim Filmen punktet das SGH-G800 mit MPEG-4-Aufzeichnung, bietet ansonsten aber nur Standardfeatures. Trotz des Fünf-Megapixel-Sensors ist die Größe der Videos auf 32 mal 240 Pixel begrenzt. Auf YouTube sticht man die übrigen Mobiltelefonvideos aber allemal aus. Der Dreifachzoom funktioniert aufgrund der kompakten Bauweise des Objektivs nur in 0.25er-Schritten, weshalb konstante Zoomfahrten nicht möglich sind. Außerdem wird das Surren des Antriebsmotors bei der Videoaufzeichnung vom internen Mikrofon zu einem lauten Quietschen verstärkt. Hierbei handelt es sich aber um Kinderkrankheiten der Handys allgemein, die aufgrund der Kompaktheit der Geräte so schnell von keinem Hersteller beseitigt werden können. 

Foto- und Videobearbeitung am Handy
„Ein Scherz, oder?“, sagt der Fachmann, wenn man ihn mit den Softwarefeatures des SGH-G800 konfrontiert. Nein, kein Scherz. Mit den Foto- und Videotools am Samsung-Handy lassen sich Bilder und Videos wie mit Programmen am Computer bearbeiten. Schnitte im Sekundentakt, Video-Übergänge, Farbeffekte, Titeleinblendungen, Audiozuspielungen - der ganze Spaß ist mit ein bisschen Tastenfrickelei auch am Handy möglich. Bei Fotos sind neben einer überraschend wirksamen Roten-Augen-Korrektur auch die Bearbeitung von Kontrast, Helligkeit und Farbmischung (damit können etwaige Weißabgleichsfehler halbwegs ausgebessert werden) möglich. Texteinblendungen sowie Schärfekorrektur und Rahmen-, Farb- und Textureffekte sind ebenfalls verfügbar. Das Speichern der Fotos bzw. das Exportieren der MPEG-4-Videclips mit einer Auflösung von 320 mal 240 Pixel dauert zwar etwas länger (bei der Rendering-Zeit kamen wir im Test mit besonders vielen Änderungen auf bis das Dreifache der Cliplänge), dafür kann man unterwegs Resultate von beachtlicher Qualität erzielen.

Telefonieren und kleine Schönheitsfehler im Menü
Wie bei einem Sechshundert-Euro-Handy zu erwarten, bietet das SGH-G800 in Sachen Telefonie den obersten Standard. Gute Sprachqualität, keine Wartezeiten beim Aufrufen von Kontakten oder Menüpunkten. Bloß in der Menüführung war man hin und wieder zu überkorrekt. So muss man Bilder erst für das Versenden per Bluetooth freigeben und beim Pairing mit Computern oder anderen Handys extra Zugriffserlaubnisse für den Handyspeicher geben. Das dient zwar der Sicherheit, ist aber ein bisschen umständlich. Nützlich wäre der Menüpunkt „Beim nach unten Schieben - Vorgang fortsetzen“ in den Slidereinstellungen. Allerdings erkennt das Handy nicht, ob man ein Menü oder eine Anwendung geöffnet hat oder das Handy gerade wegpacken will. Die Tastensperre setzt so oder so erst fünf Sekunden nach dem Zuklappen ein und ist manuell nicht aufrufbar, womit die Funktion obsolet wird, da man durch die noch aktiven Tasten stets in Gefahr laufen würde, Anrufe in der Hosentasche zu tätigen. Da ist die andere Variante (zuschieben unterbricht alles, was man gerade tut und hat umgehend Tastensperre zur Folge) halt doch besser. Insgesamt bleibt's aber ein bisschen unlogisch. Darüberhinaus gibt es keine Mängel im SGH-G800 Menü, das anderen Samsung-Handy gleicht.

Fazit: Mit dem SGH-G800 hat Samsung eines der ersten Handys vorgestellt, das tatsächlich das Prädikat „Funktioniert wie eine echte Digitalkamera“ verdient. Der SGH-G800-Slogan „Photographer‘s Choice“ wird‘s zwar nicht ganz werden, die Überlegenheit des „Full Metal Handy“ ist aber nicht von der Hand zu weisen.


Christoph Andert

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