07.12.2007 19:42 |

Kosovo-Krise

Österreich mit 565 Mann im Krisengebiet

Montag wird es ernst: Am 10. Dezember endet die dreijährige "Nachdenkpause", die sich die UNO zur Lösung des Kosovo-Problems gesetzt hat. Da Russland in der UNO eine Entlassung des Kosovo in die Unabhängigkeit blockiert, wollen die Kosovo-Albaner ihr Schicksal nun selbst in die Hände nehmen.

Das bedeutet: Kosovo-Krise! Die Rest-Serben im Kosovo wollen eine Unabhängigkeitserklärung nicht tatenlos hinnehmen. Die NATO-EU-Truppen im Kosovo rüsten sich schon für Unruhen. Noch am Wochenende sollen die Truppen im Kosovo vorsorglich und "zur Abschreckung" um 2.000 auf 19.000 Mann verstärkt werden.

Österreich hat 565 Bundesheersoldaten im Kosovo stationiert. Die Außenminister von NATO und EU bekräftigten gestern, "entschieden gegen jede Art von Gewalt" im Kosovo vorgehen zu wollen.

Nur noch fünf Prozent der Zwei-Millionen-Bevölkerung im Kosovo sind Serben. Im Norden mit der Stadt Mitrovica haben sie ein geschlossenes Siedlungsgebiet. Es wird befürchtet, dass sie sich dort verbarrikadieren oder sogar an Serbien anschließen. Das müssten die NATO-EU-Truppen entsprechend ihres Auftrags verhindern. Auch müssen die Truppen versprengte serbische Siedlungen und Kulturgüter vor Ausschreitungen gegen Kosovo-Albaner schützen...

Massenschlägerei zwischen Serben und KFOR-Soldaten
Im Westen des Kosovo ist es am Freitag zu einer Massenschlägerei zwischen Serben und Soldaten der NATO-geführten KFOR-Truppen gekommen. Dabei soll es laut Berichten serbischer Medien Verletzte gegeben haben. Rund 50 Personen sollen an der Schlägerei beteiligt gewesen sein. Einzelheiten waren vorerst nicht bekannt.

Der Zwischenfall ereignete sich demnach im von Serben bewohnten Dorf Gorazdevac während eines Besuchs des Chefs der UNO-Verwaltung im Kosovo (UNMIK), Joachim Rücker, und des KFOR-Befehlshabers Xavier Bout de Marnhac. Rücker und Bout de Marnhac seien per Hubschrauber evakuiert worden, meldeten Medien.

Von Kurt Seinitz, Kronen Zeitung und krone.at

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