10.12.2007 10:07 |

"Übler Scherz"

Büro Durnwalders angeblich abgehört

In Südtirol herrscht Aufregung um einen angeblichen Abhörversuch der Carabinieri im Büro von Landeshauptmann Luis Durnwalder. Hintergrund sind Unregelmäßigkeiten beim Bau einer Gewerbeoberschule in Bozen. Durnwalder hatte zu dieser Zeit auch die Agenden des Bautenlandesrates.

Wäre Landeshauptmann Luis Durnwalders Büro nicht durch Überwachungskameras und elektronische Kontrollen so gut abgesichert, wäre es im Jahr 2001 möglicherweise verwanzt worden, mutmaßte die Tageszeitung "Dolomiten" in ihrer Donnerstagausgabe. Carabinieri hätten bereits einen Lokalaugenschein vorgenommen. Das Büro habe sich aber als "Bunker" herausgestellt.

"Sicherlich passieren solche Lokalaugenscheine nicht auf Carabinieri-Initiative - Abhörungen sind richterliche Anordnungen. Wenn wir jemanden abhören wollen, dann tun wir es. Irgendwie geht es immer, da brauchen wir vorher nicht schauen, ob es funktioniert", erklärte Carabinieri-Oberst Massimo Ilariucci der Zeitung. Nicht genehmigte Abhörungen hätten vor Gericht ohnedies keinerlei Gewicht.

Durnwalder selbst sagte, er hoffe, das Ganze sei "ein übler Scherz, ansonsten wäre es eine bodenlose Frechheit". Solche Methoden passten in eine Diktatur, aber nicht in einen Rechtsstaat. Wenn es eine richterliche Erhebung gebe, die ungesetzliche Maßnahmen aufdecken solle, so könne auch zu diesem Mittel gegriffen werden. Ansonsten aber empfinde er es eine bodenlose Frechheit, Leute einfach zu beschatten. Jeder habe das Recht auf Privacy und Unbescholtenheit.

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