OÖGKK als Vorbild

Diät vom Rechnungshof verschrieben

Weil wir weniger Arztbesuche und Heilmittel brauchen, stellt der Rechnungshof die Oberösterreicher den Wienern als Vorbilder hin: Unsere Vertragsärzte haben um 28 Millionen Euro weniger Honorare verlangt und um 54 Millionen Euro weniger Medikamente verordnet, sodass die Linzer GKK die gesündeste ist - und die Wiener todgeweiht.

Dort habe die Überschuldung 2006 ein Niveau erreicht, das die Versorgung der Bevölkerung vom guten Willen der Gläubigerbanken abhängig macht, heißt es im streng vertraulichen Rechnungshofbericht („Verschluss“!): Die Versicherten seien zunehmend mit Kreditzinsen belastet - zwölf Millionen Euro 2006, 20 Millionen heuer und 25 Millionen im Jahr 2008!

82 Millionen Euro hätte sich die WGKK 2006 sparen können, wenn sie wie die OÖGKK die Tarife besser ausverhandelt hätte: Die ärztliche Hilfe wurde seit 13 Jahren in Wien um 55 Prozent teurer, in Oberösterreich nur um 37 Prozent. Die medikamentöse Hilfe hat sich dort ums Eineinhalbfache und hier um 121,7 Prozent verteuert.

Die Pharma-Konzerne gelten als die größten Preistreiber des maroden Gesundheitswesens. Heilmittel gegen Wohlstandsleiden werden immer mehr verlangt und/oder öfter verordnet. 23 Millionen Euro könnte sich die WGKK sparen, würden die Wiener so gesund leben wie die hochgelobten Oberösterreicher, die weniger venenleidend und hochdruckkrank sind, weniger Stress, Raucherlungen und Magengeschwüre haben.

In Wien erhielten auch um 60 Prozent mehr Patienten als in Oberösterreich fett- und cholesterinsenkende Mittel verschrieben, was mit zu viel Essen und Trinken ebenso zu erklären wäre als mit zu vielen Ärzten, die Patienten jeden Rülpser ersparen wollen.

In Wien gibt es aber entgegen der landläufigen Meinung weniger Fettsüchtige als in Oberösterreich, weist der Rechnungshof auf der Seite 31 auf die Seite 60 des Adipositasberichtes 2006 hin und empfiehlt Diättherapien statt Pillenschlucken.

Das Lob der Prüfer fällt für Linz so besonders dick aus, weil hier seit 1994 die allermeisten Vorschläge des Rechnungshofes beherzigt wurden.


















Foto: „Krone“

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