Berufung

Ein Jahr Haft "weggezaubert"

Oberösterreich
26.11.2007 19:48
Mit allerlei falschem Voodoo-Zauber, heilenden Steinen, Kristallen und Reichtumsmünzen lockte Siegfried Danner alias „Morton“ seiner Kundschaft Geld heraus. 440.000 Euro ließ sie im Innviertler Hexenhaus von „Morton“ und seiner Ehefrau. Das Wunderheiler-Paar wurde in Ried zu sechs bzw. fünf Jahren Haft verurteilt. Nun hat das Oberlandesgericht die Strafen um je ein Jahr reduziert.

Bereits beim Prozess in Ried hatte „Morton“ seinen Zauber verloren. Ein schwerhöriger 62-Jähriger mit schlechtem Gebiss saß neben Ex-Gattin Christine auf der Anklagebank. Gegenseitig schoben sie sich die Hauptschuld zu. Als das Ehepaar noch gemeinsame Sache gemacht hatte, schreckte es nicht davor zurück, psychische Notlagen seiner Kundschaft auszunützen: Krankes Vieh, eine unglückliche Liebe, aber auch ernsthafte Erkrankungen - für alle Lebenslagen bot „Morton“ Hilfe an.

Vom Erstgericht wurde er dafür zu sechs Jahren Haft, seine Ex-Gattin zu fünf Jahren Haft verurteilt. Beide legten Berufung ein. „Morton“, inzwischen zum fünften Mal verheiratet, engagierte Star-Anwalt Andreas Mauhart und erklärte vor dem OLG-Senat: „Es tut mir alles sehr leid. Wenn ich wieder bei meiner Frau bin und Arbeit gefunden habe, werde ich ein redliches Leben führen.“ Die Strafen wurden um je ein Jahr reduziert: fünf Jahre Haft für Siegfried, vier Jahre für Christine Danner.




Foto: Chris Koller

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