„Ich weiß noch gar nicht, was mich erwartet“, meinte etwa Mikhael Mousa (59). „Aber 100 Euro pro Tag sind ein sehr guter Lohn, und ich suche gerade einen neuen Job.“ Der Iraker war dabei einer von etwa 15 Kandidaten, die sich dem Casting der Rostocker Firma „DSS“ stellten. Gesucht wurden Statisten für ein amerikanisches Trainingscamp im deutschen Hohenfels. Begeistert waren aber nur wenige. „Das ist Betrug. Wie ich mitbekommen habe, muss man nach dem Trainingscamp auch zu Einsätzen in den Irak oder Afghanistan. Also in Kriegsgebiete“, schimpft der Tunesier Mehdi Khayati (29). „Wieso engagiert man keine Spezialisten für diese Armee-Schulungen?“
Ähnlich sieht es die „Werkstatt Frieden und Solidarität“, die vor dem Hotel Handzettel, doppelt bedruckt in Deutsch und Arabisch, verteilte. Werner Unterstab, der einige Bewerber zur Umkehr überzeugte: „Das ist Menschenfängerei und Kriegsunterstützung!“ Ein paar konnten dem Casting aber auch Positives abgewinnen - wie der Libyer Ali Hamadi (32): „Die GIs lernen dadurch die Kultur und Tradition des Iraks kennen. Und respektieren das dann hoffentlich auch.“
Foto: Markus Wenzel
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