Mordprozess

¿Weiß nicht, wer sie getötet hat!¿

Oberösterreich
19.11.2007 19:09
Mit immer neuen Tricks versucht ein Steyrer (43), seine Unzurechnungsfähigkeit zu beweisen. Immerhin droht dem Ex-Häftling lebenslange Haft, weil er seine Ehefrau, eine Steyrer Wirtin (47), gefesselt und erwürgt haben soll. Beim Prozessbeginn am Montag behauptete er, (tödliche) 13 Promille intus gehabt zu haben...

Nach einem Tatsachengeständnis redete sich Arno Reiter im Vorfeld des Prozesses, der am Montag in Steyr (OÖ) begonnen hat, auf Alkohol und Tabletten aus. Nach den angegebenen Mengen - unter anderem zwei Flaschen Ramazotti, 20 Fläschchen Jägermeister und etliche Cola-Rum - hätte er es auf elf bis 13 Promille gebracht. „Eine absolut tödliche Dosis“, sagt Staatsanwalt Guido Mairunteregg.

Seine nunmehrige Begründung: eine organische Anomalie, die den Genuss von solchen Mengen ermöglicht, und Epilepsie. Verteidiger Hubert Niedermayr beantragte deshalb vorab ein internistisches Gutachten. Abgelehnt.

Der 14-mal vorbestrafte Angeklagte bleibt aber bei seiner Aussage: nicht schuldig! Und auf die Frage von Richter Christoph Mayer, ob er seine Frau Cornelia (47) getötet habe, antwortet er: „Des was i net.“ Mehr wollte er vor den Prozesskiebitzen, darunter auch Gäste des Lokals der Verstorbenen, nicht sagen. „Ich will nicht, dass meine Frau durch den Kakao gezogen wird.“

Auf die geduldige Nachfrage des Richters gab er dann doch ein Sittenbild der Ehe. Sie sei vom gemeinsamen Alkoholkonsum und Demütigungen durch seine Frau Conny geprägt gewesen. „Es gab` Zeiten, da hab ich in der Früh mit einem halben Liter Wodka begonnen und durchgetrunken bis zum Abend.“

Seine vierte Frau, die er nach dem letzten Haftaufenthalt geheiratet hatte, war nach einer Operation bettlägrig, als sie ermordet wurde. Gefesselt, geknebelt und mit einem Plastiksack über dem Kopf, wurde sie in ihrem Blockhaus in Steyr gefunden. „Das Letzte, an das ich mich erinnere, ist, dass ich Tabletten mit Wodka hinuntergespült habe“, arbeitete der Angeklagte am Bild des unzurechnungsfähigen Straftäters.

Der Prozess wird heute, Dienstag, fortgesetzt.




Foto: Hannes Markovsky

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