Historisches Treffen

Koreanische Regierungschefs zusammengetroffen

Ausland
14.11.2007 08:21
Zum ersten Mal seit 15 Jahren sind die Ministerpräsidenten der beiden koreanischen Staaten zu direkten Gesprächen zusammengetroffen. Kim Yong Il aus dem Norden und Han Duck Soo aus dem Süden wollen den Versöhnungskurs fortführen, der beim Gipfel in Pjöngjang vor mehr als einem Monat bekräftigt wurde. Kim Yong Il sagte nach seiner Ankunft am Mittwoch in Seoul, nach diesem begeisterten Empfang erwarte er eine freundliche Atmosphäre bei den dreitägigen Gesprächen. Nach dem Gipfelappell für Frieden und wirtschaftliche Zusammenarbeit gelte es nun, die Vereinbarungen umzusetzen, hieß es in einer Erklärung der aus 43 Personen bestehenden nordkoreanischen Delegation.

Auf der Tagesordnung stehen konkrete Projekte der wirtschaftlichen Zusammenarbeit wie eine gemeinsame Fischereizone in einem zwischen beiden Seiten umstrittenen Seegebiet und eine beiderseitige Wirtschaftszone an der Südwestküste von Nordkorea. Außerdem geht es um den Bau gemeinsamer Werften und die Verbesserung der Lebensbedingungen für südkoreanische Arbeiter in der gemeinsamen Industriezone in Kaesong, einer nordkoreanischen Grenzstadt. Ein weiteres Thema soll die Ausweitung der Familienzusammenführung sein.

Bis heute gibt es keinen Friedensvertrag auf der geteilten Halbinsel. Der Koreakrieg dauerte von 1950 bis 1953. Im Juni 1950 hatten nordkoreanische Truppen die nach dem Zweiten Weltkrieg festgelegte Demarkationslinie überschritten. Damit begann ein Krieg, der 4,5 Millionen Tote forderte und durch einen bis heute gültigen Waffenstillstand beendet wurde.

Der UNO-Sicherheitsrat beschloss damals, Südkorea mit UNO-Truppen zu Hilfe zu kommen. Die Sowjetunion boykottierte aus anderen Gründen den Weltsicherheitsrat - somit war kein Vertreter Moskaus zugegen, um ein Veto einlegen zu können. Die USA stellten das weitaus größte Truppenkontingent der UNO-Streitmacht. China unterstützte Nordkorea mit einer großen "Freiwilligen"-Armee. Das Waffenstillstandsabkommen wurde von einem US-General im Namen der UNO unterzeichnet. Die USA haben derzeit noch rund 30.000 Soldaten in Südkorea stationiert.

Nordkorea will Atomprogramm offenlegen
Nordkorea hat in Zusammenarbeit mit US-Experten damit begonnen, die Anlagen in seinem umstrittenen Atomzentrum Yongbyon unbrauchbar zu machen. Gemäß einer internationalen Vereinbarung will Nordkorea bis Ende 2007 die Anlagen untauglich machen und sein gesamtes Atomprogramm offenlegen. Im Gegenzug winken dem verarmten Land umfangreiche Wirtschaftshilfen und Energielieferungen.

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