Das Team um Phil Lowry hofft, dass diese Forschungsergebnisse neue Erkenntnisse über wiederkehrende Fehlgeburten und Schwangerschafts-Bluthochdruck ermöglichen werden. Die Nachahmung dieses Verfahrens, um eine Abwehr durch das Immunsystem zu vermeiden, könnte bei der Behandlung von Krankheiten wie Arthritis hilfreich sein.
Mutterkuchen und Fötus verfügen über einen unterschiedlichen genetischen Aufbau. Theoretisch besteht daher das Risiko eines Angriffes des mütterlichen Immunsystems. Den Forschern war bereits bekannt, dass die Plazenta das Gewebshormon Neurokinin B (NKB) absondert. Deutlich erhöhte Mengen dieses Proteins (im Bild die schematische Darstellung des Moleküls) konnten bei Frauen nachgewiesen werden, die an einer Schwangerschafts-Bluthochdruck (Präeklampsie) erkrankten. NKB kann bereits in der neunten Schwangerschaftswoche nachgewiesen werden. Daher kann es für die Feststellung eines eventuellen Risikos eingesetzt werden. Die Wissenschaftler versuchten jetzt diese Entdeckung in ein Diagnoseverfahren umzusetzen.
Es zeigte sich, dass die von der Plazenta abgesonderte Form des Proteins nicht so reagierte wie jene, die sie im Labor eingesetzt hatten. Damit war klar, dass es während der Synthese des Proteins durch die Plazenta zu einer Veränderung kommt. Weitere Untersuchungen zeigten, dass diese Proteinform Phosphocholin enthielt. Dieses Molekül setzen Fadenwürmer ein, um einen Angriff des Immunsystems ihres Wirtes zu verhindern. Lowry erläuterte, dass das Team darauf hin sofort nach weiteren in der Plazenta vorhandenen Proteinen suchte. "Es sieht so aus, als ob viele dieser Proteine über dieses Oberflächenmolekül verfügten, das sie für das Immunsystem unsichtbar macht." Erste Tests für die praktische Anwendung bei Krankheiten wie Gelenksrheumatismus und anderen Autoimmunerkrankungen haben laut BBC bereits begonnen. (pte)








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