Die Lunge bildet bei diesen Erkrankungen zuerst große Blasen, danach platzt eine dieser Blasen und die Lunge kollabiert, weil sie wegen der ausgetretenen Luft nicht mehr genug Platz zum Atmen hat. Dieses sogenannte bullöse Lungenemphysem kam nach Angaben der Klinik in dieser ausgeprägten Form früher bei jungen Patienten nicht vor. Schmid ging diesem Phänomen nun nach und untersuchte 17 Patienten im Durchschnittsalter von 27 Jahren, die im Schnitt nicht nur 11,8 Jahre lang Zigaretten, sondern auch knapp neun Jahre lang täglich sechs Joints geraucht hatten.
Cannabis-Fasern als Entzündungsherde
Welche der inhalierten schädigenden Substanzen im Rauch für den ausgeprägten Lungenschaden verantwortlich ist, ist bisher unklar. Nachgewiesen wurden von den Wissenschaftern aber Cannabis-Fasern, die aus den ungefilterten Joints direkt in die Lunge gelangen und dort als Entzündungsherde wirken. In einer Kontrollgruppe mit Patienten im gleichen Alter trat kein Lungenemphysem auf, obwohl sich in dieser Gruppe 74 regelmäßige Tabak-Raucher befanden. "Die Dosis macht das Gift: Wer jahrelang regelmäßig, insbesondere täglich, Cannabis konsumiert, muss mit schweren Lungenschädigungen und Atembehinderungen rechnen", sagte Schmid.
Die zum Teil sehr großen Blasen in der Emphysem-Lunge der 17 Cannabis-Raucher wurden per Schlüssellochtechnik operiert: Die Blasen wurden entfernt, so dass die Restlunge im Brustkorb wieder mehr Platz zum Atmen hatte. Im Extremfall genügte aber diese Operation nicht mehr für die Aufrechterhaltung der Atemfähigkeit. Es stelle sich deshalb die Frage, ob einige dieser Patienten in Zukunft Kandidaten für eine Lungen-Transplantation sein würden, erklärte die Klinik.
Bereits seit längerem ist bekannt, dass regelmäßiger Cannabis-Konsum zu langfristigen Veränderungen im Gehirn führen und psychische Störungen wie etwa Schizophrenie zumindest mit auslösen kann.








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