Künstliches Kind

Berührungssensitiver Roboter als Spielgenosse

Wissen
08.11.2007 17:39
Menschen brauchen Liebe und Wärme, um sich wohl in ihrer Haut zu fühlen. Berührungen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Der von Sony enwickelte Roboter "QRIO" reagiert auf Berührungen. Ein Umstand, der ihn für Kinder zum vollwertigen Spielgenossen macht. Das ist das Ergebnis eines Versuchs, in dem "QRIO" fünf Monate lang als "Kind wie jedes andere" einen US-Kindergarten besuchte.

So aufregend ein Roboter auch sein mag - normalerweise verlieren Kinder bereits nach wenigen Stunden das Interesse am Spielen mit dem Spielgenossen aus Blech. Bei Roboter "QRIO" ist das anders: Er reagiert auf Berührungen mit einem Kichern - ein Umstand, der ihm während eines Versuchs in einem US-Kindergarten dazu verhalf, von Kindern im Alter von 18 bis 24 Monaten als einer von ihnen akzeptiert zu werden. 

Erst fünf Monate nach Start der Untersuchung musste "QRIO" den Kindergarten wieder verlassen. Auch zu diesem Zeitpunkt hatten die Kleinen noch großen Spaß daran, mit "QRIO" zu spielen. Für den Versuch wurden deshalb Kinder dieser Altersgruppe ausgewählt, weil diese gegenüber Robotern gänzlich unvoreingenommen sind.

"Qrio", der außer kichern auch noch tanzen, gehen und den Kopf bewegen kann, wurde im Gemeinschaftsverband nicht nur akzeptiert, sondern sogar geliebt. "Manche Kinder begannen sogar zu weinen, wenn die Batterien leer waren und 'QRIO' bewegungslos auf dem Boden lag", berichtet Studienleiter Javier Movellan von der University of California in San Diego.

Ohne Berührungsfeedback verloren Kinder das Interesse
In der ersten Phase des Versuchs spielte "QRIO" sein komplettes Repertoire aus - Kinder nahmen den Bot nach anfänglicher Vorsicht bei der Hand oder an den Armen, wie sie es auch mit menschlichen Spielgefährten tun. In der zweiten Phase sorgten die Versuchsleiter dafür, dass "QRIO" plötzlich das Reagieren auf Berührungen verlernt hatte - die Kleinen verloren das Interesse. In Phase drei konnte "QRIO" dann wieder auf Berührungen kichern - der Enthusiasmus der Kids kehrte schlagartig wieder zurück.

Aus der Untersuchung gewannen die Wissenschaftler die Erkenntnis, dass ein Roboter nicht unbedingt aussehen muss wie ein Mensch, um von ihnen als sozial ebenbürtig akzeptiert zu werden. Der Schlüssel liege vielmehr darin, auch das menschliche Bedürfnis nach Berührung zu befriedigen. Die Studie wurde im Fach-Journal "Proceedings of the National Academy of Sciences" veröffentlicht.

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