1451 Euro Schaden

Lenkerin soll defekten Schranken zahlen

Oberösterreich
05.11.2007 19:46
So unverschämt kann nur ein Staatsbetrieb sein: Die ÖBB fordern von einer Steyreggerin 1451,80 Euro Schadenersatz für einen defekten Schranken. Sie war am 2. Juli, wie berichtet, am Horror-Bahnübergang in Steyregg mit dem Pkw und ihrem Sohn (7) an Bord eingeschlossen gewesen. Anrainer befreiten und retteten sie.

„Ich hab` das Warnläuten überhört. Auf einmal ist der vordere Schranken heruntergekommen. Als ich den Rückwärtsgang eingelegt habe, ist der hintere Schranken auch runter. Ich hab` mein Kind geschnappt und bin aus dem Auto gesprungen“, berichtet Gabriele Hofmann (43) aus Steyregg: „Zwei Anrainer haben den Schranken verbogen und geschrien, dass ich noch rausfahren soll. Ich hab`s gemacht, gleich darauf ist der Zug vorbeigedonnert...“

Die Retter wollten ihre Namen aus Angst vor den ÖBB nicht nennen. Ihnen war schon gedroht worden. Hofmann fuhr zum Bahnhof - und erlebte ihr blaues Wunder. Sie sollte sofort eine Schadenserklärung unterschreiben, weigerte sich aber. Inzwischen schickten die ÖBB schon die zweite Zahlungsaufforderung. Hofmann hat sich einen Anwalt genommen.

Der Steyregger Bürgermeister Josef Buchner meint: „Das ist menschenverachtend und auf keinen Fall die richtige Vorgangsweise der Bundesbahnen.“




Foto: Hannes Markovsky

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