Getürkter Überfall

Beute nach Raub sollte "1 zu 7" aufgeteilt werden

Oberösterreich
04.11.2007 15:54
Im Verhältnis „1 zu 7“ wollten der Sicherheits-Firmenchef und sein Fahrer die knapp eine Million Euro teilen, die beim getürkten Überfall in Perg zur Seite geschafft werden sollte. Der Geld-Chauffeur (51) wusste zwar, dass ihn sein Chef (39) überfallen wird, aber nicht genau wann. Doch der „wasserdichte“ Plan war ein Fiasko, und schließlich erschoss sich - wie berichtet - der Perger Firmenchef.

Weil er wusste, dass sein Angestellter Gerhard P. (51) aus Linz finanziell schwer angeschlagen war, hatte SIPRO-Chef Jürgen L. (39) ihn direkt mit dem Plan konfrontiert. Etwa eine Woche vor der Tat sagte der Chef, dessen Firma auf den Ruin zutrieb, nur kurz: „Kann ich mich auf dich verlassen?“ Ein knappes „Ja“ besiegelte den Pakt. Der Angestellte wusste, dass ihn sein Chef während einer Tour im Geldtransporter überfallen werde. Nicht wo, nicht genau wie. Sein Mitspielen und die Schmerzen durch den Pfefferspray sollten ihm gut 100.000 Euro bringen.

Doch dass die Polizei den Chauffeur gleich als Verdächtigen einstufte, damit hatte Jürgen L. nicht gerechnet. Zwei Stunden, ehe der Komplize im Verhör zusammenbrach, erschoss sich der Firmenchef, nachdem er seiner geschockten Ehefrau gebeichtet hatte.

Auch die Familie des inzwischen auf freiem Fuß angezeigten Komplizen fiel aus allen Wolken, dass das Opfer eigentlich ein Täter ist. „Niemand außer den beiden wusste vom Plan. Sie haben mit niemandem gesprochen, sich auch daheim nichts anmerken lassen“, so die Partnerin von Fahrer Gerhard P. zur „Krone“. Und: „Er sieht natürlich ein, dass es ein großer Blödsinn war, aber es kann jetzt leider nicht mehr ungeschehen gemacht werden.“













Foto: Hannes Markovsky

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