03.11.2007 20:28 |

Zwischenfall

Zwischenfall bei Angela Merkels Afghanistan-Visite

Beim überraschenden Besuch von Angela Merkel in Afghanistan ist es am Samstag zu einem Zwischenfall gekommen, der der deutschen Kanzlerin einen gewaltigen Schrecken eingejagt haben dürfte: Als sie mit einem Hubschrauber von der Innenstadt Kabuls aus zum Flughafen flog, wurde der automatische Selbstschutzmechanismus der Maschine ausgelöst, der vor möglichen Raketenangriffen schützen soll. Es war aber blinder Alarm, der Mechanismus wurde offenbar durch eine Spiegelung ausgelöst. Auch ein Hinweis über ein angeblich geplantes Attentat sorgte kurzfristig für Aufregung. Merkel war nach Afghanistan gereist, um sich dort einen Überblick über die aktuelle Lage zu verschaffen und sich mit deutschen Soldaten und Präsident Karzai zu treffen.

Während der bangen Sekunden für die deutsche Regierungschefin versprühte das Abwehrsystem des Helikopters Phosphor, um etwaige Raketen in die Irre zu führen. Glücklicherweise entpuppte sich der vermeintliche Angriff lediglich als Spiegelung, die das System irritiert hatte.

Auch Hinweise auf einen möglichen Anschlag durch einen Selbstmordattentäter am Flughafen von Kabul sorgte vorübergehend für Aufregung: Angeblich sei im Ausfahrtsbereich des Flughafens ein Verdächtiger festgenommen worden, zwei weitere seien entkommen.

Der Chefermittler der Polizei in Kabul, Alishah Paktiawal, wies diese Berichte allerdings entschieden zurück. Es habe keine Festnahmen gegeben. Auch von Seiten der NATO-geführten Schutztruppe ISAF hieß es, man wisse nichts über einen solchen Vorfall. Die Kanzlerin war vom Flughafen aus Sicherheitsgründen nicht mit dem Auto in die Stadt gefahren, sondern mit dem Hubschrauber geflogen.

Geheime Reise
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel war am Samstag zu ihrem Überraschungsbesuch in Afghanistan eingetroffen. Eine deutsche Militärmaschine landete am Vormittag mit Merkel an Bord auf dem Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul. Die Reise der Regierungschefin wurde aus Sicherheitsgründen bis zuletzt geheim gehalten.

Merkel sagte nach ihrer Landung in Kabul, sie wolle sich "aus erster Hand" über die Lage in Afghanistan informieren. "Wichtig ist für mich vor allem das Gespräch mit den deutschen Soldaten und den Aufbauhelfern", so Merkel. Aus ihrer Delegation hieß es, der Besuch sei insgesamt "ein Zeichen der Wertschätzung" gegenüber den in Afghanistan tätigen Deutschen, aber auch denen aus den anderen Nationen.

In Kabul kam Merkel auch mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai zu einem Gespräch über die Situation des Landes zusammen. Dabei hat Merkel eine stärkere deutsche Unterstützung bei der Polizeiausbildung zugesagt.

Samstagnachmittag startete die Maschine der Kanzlerin dann vom usbekischen Flughafen Termes wieder in Richtung Berlin. Zuvor hatte Merkel den deutschen Stützpunkt in Mazar-i-Sharif besucht, wo sie sich unter anderem über die Aufklärungsflüge durch die Tornados der deutschen Luftwaffe, die seit rund sieben Monaten dort stationiert sind, informierte.

Mandat für deutsche Truppen verlängert
Der Deutsche Bundestag hatte erst Mitte Oktober das Mandat für die aus 3.500 Soldaten bestehende Truppe verlängert, deren Auftrag die militärische Absicherung des Wiederaufbaus Afghanistans ist. Zuletzt hatte mit dem Sozialdemokraten Gerhard Schröder im Jahr 2004 ein deutscher Regierungschef Afghanistan besucht.

Schröders Parteifreund Außenminister Frank-Walter Steinmeier sowie die oppositionellen Grünen hatten Merkel zu einer Reise nach Afghanistan aufgefordert. Die Visite wurde jedoch aus Sicherheitsgründen immer wieder verschoben. Bisher war erwartet worden, dass Merkel erst nach der Verlängerung des Bundeswehr-Mandats zur Teilnahme am weltweiten Anti-Terror-Kampf nach Afghanistan fliegt. Dieser wird aber erst Ende November erfolgen.

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