Geteiltes Venezuela
Zehntausende demonstrieren für Chavez
Der Verfassungsentwurf wurde am Freitag von der Mehrheit der "Chavistas", der Anhänger von Präsident Hugo Chavez, im Parlament gebilligt. Er sieht 69 Änderungen vor, die zumeist darauf hinaus laufen, die politische Macht des Präsidenten zu stärken.
So wird die Begrenzung von mehreren Amtszeiten aufgegeben, was es dem erstmals 1998 gewählten Chavez ermöglicht, im Jahr 2012 erneut zu kandidieren. Die Regierung soll die völlige Kontrolle über die Zentralbank erhalten. Bei einem Ausnahmezustand werden Medienzensur und Verhaftungen ohne Anklage möglich.
Chavez hat Vorwürfe zurückgewiesen, dass die Verfassungsreform die bisherigen Freiheitsrechte einschränke. Die Neuerungen sollten Venezuela auf den Weg zu einem "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" führen, sagte der ehemalige Fallschirmjäger.
Ein Toter bei Anti-Chavez-Demonstration
Am Freitag war bei Studentendemonstrationen gegen Präsident Chavez und die Verfassungsreform ein Student erschossen worden. Vier andere Studenten wurden verletzt. Wer für die Schüsse verantwortlich war, wurde nicht mitgeteilt, es gab keine Festnahmen. Polizei und Demonstranten hatten sich tagelang wilde Straßenschlachten geliefert hatten. Die Sicherheitskräfte hatten mit Tränengas und Wasserwerfern eine Demonstration von mehreren zehntausend Menschen gegen die Reform in der Hauptstadt Caracas aufgelöst. Innenminister Pedro Carreno rechtfertigte das entschlossene Vorgehen der Polizei und kritisierte die Studenten als "Faschisten", die die venezolanische Demokratie destabilisieren wollten.



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