Mo, 20. August 2018

"Respektlos"

02.11.2007 17:04

McCanns empört über Madeleine-Satire

Die Eltern der verschwundenen Madeleine haben eine Satire über ihre Tochter in dem deutschen Magazin "Titanic" kritisiert. Der Artikel sei "extrem verletzend" und "vollkommen respektlos", sagte der Sprecher von Gerry und Kate McCann, Clarence Mitchell. Das Magazin habe keine Erlaubnis gehabt, das Abbild der Vierjährigen zu benutzen, die Anwälte der McCanns prüfen jetzt rechtliche Schritte.

"Titanic" publizierte auf einer Doppelseite eine satirische Anzeige für einen Supermarkt, der unter dem Titel „Find Maddie - In Ihrem Supermarkt ist eine Maddie versteckt“ Produkte mit dem Bild und dem Namen des britischen Mädchens im Sortiment hat. In der „Werbung“ steht weiter: „Hier kommt Maddie! Sie ist das bekannteste Gesicht der Welt – wenn nicht des ganzen Universums! Auf ausgewählten Produkten unseres Sortiments befindet sich ihr Portrait. Wer sie findet, darf sie einfach mitnehmen – und bezahlt nur die Hälfte!"

Haushaltsreiniger, der Spuren beseitigt
Unter den „Maddie“-Produkten ist zum Beispiel ein Haushaltsreiniger zu finden, der verspricht, alle Spuren zu beseitigen und gegen den selbst DNA-Tests nichts ausrichten könnten. Eine „Maddie“-Schokolade verspricht: „1 Cent pro Tafel geht an Interpol – damit Maddies Eltern/marokkanische Mädchenhändler/alle Portugiesen endlich hinter Schloss und Riegel kommen“. Und eine Maggie-Flasche ist zur „Maddie“-Flasche geworden, die „für unsere blinden Kunden“ gedacht ist.

"Titanic"-Redakteur Oliver Nagel sagte nach britischen Medienangaben, der Artikel sei keine Kritik an den McCanns und lediglich für das deutsche Publikum bestimmt. "Wir machen uns keinen Spaß daraus, dass ein Kind verschwunden ist, sondern daraus, dass die Medien es so aufblasen." Die Redaktion werde sich nicht entschuldigen.

Maddies Vater arbeitet wieder
Fast genau sechs Monate nach dem Verschwinden der kleinen Madeleine hat der Vater Gerry McCann seine Arbeit als Arzt wieder aufgenommen. Er und seine Frau Kate wollten einen "Grad der Normalität" in ihr Leben bringen, sagte der Kardiologe am Donnerstag vor dem Glenfield-Krankenhaus im englischen Leicester. Die Zeit dafür sei nun reif. "Wir denken, dass wir alles für die Suche von Madeleine getan haben und wir haben die angemessene Struktur geschaffen, sie zu finden." Er wolle sich nun voll auf seine Arbeit konzentrieren.

Gerry McCann (39) wird vorerst drei halbe Tage die Woche arbeiten und voraussichtlich zunächst administrative und akademische Aufgaben erfüllen und keinen Kontakt zu Patienten haben. Der Krankenhausdirektor Doug Skehan rief die Medien zu Respekt auf und dass sie die Umgebung eines Krankenhauses achteten. Gerry McCann versuche, sein Leben zu "normalisieren", und er und seine Kollegen würden ihn herzlich willkommen heißen. "Um es kurz zu machen, wir sind froh, dass ein guter Arzt zurückgekommen ist."

Seit 3. Mai verschwunden
Madeleine ist am 3. Mai aus einer Ferienanlage in Portugal spurlos verschwunden. Die Eltern der Vierjährigen sind Verdächtige in dem Fall. Gerry McCann betonte, er warte keine "bedeutenden Entwicklungen" in nächster Zukunft, außer Madeleine werde gefunden.

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