Do, 20. September 2018

Todesstrafe

29.10.2007 07:58

Baby aus Bauch geschnitten - Todesstrafe

Eine Amerikanerin, die eine Hochschwangere erwürgt und ihr dann das Baby aus dem Leib geschnitten hat, soll hingerichtet werden. Eine Geschworenenjury in Kansas City (Missouri) verurteilte die 39-Jährige am Freitag (Ortszeit) nach fünfstündigen Beratungen zum Tode. Vertreter der Anklage sprachen von einem der schlimmsten Verbrechen, die es geben könne.

Geschworene wandten sich nach Medienberichten entsetzt ab, als ihnen während des Prozesses Fotos von der blutigen Tat gezeigt wurden: Die Verurteilte hatte ihr im achten Monat schwangeres Opfer mit einem Küchenmesser aufgeschnitten und sie grausam verstümmelt. Ein Pathologe sagte vor Gericht aus, dass die Schwangere wahrscheinlich zumindest kurzzeitig bei Bewusstsein gewesen sei und damit habe erfassen können, was ihre Angreiferin plante.

Recherchen über Kaiserschnitt im Internet
Die Verteidigung hatte in dem Verfahren vor einem Bundesgericht vergeblich argumentiert, dass die Angeklagte zur Tatzeit nicht zurechnungsfähig gewesen sei. Sie sei als Kind missbraucht worden, und man habe ihr damals "die Seele gestohlen". Die Ankläger hielten dem entgegen, dass das Verbrechen wochen-, wenn nicht sogar monatelang kaltblütig vorbereitet worden sei. Die Frau habe sogar im Internet recherchiert, wie man einen Kaiserschnitt durchführe.

Unter falschem Vorwand Treffen arrangiert
Der Anklage zufolge lernte die Täterin ihr Opfer während einer Hundeschau im Jahr 2004 kennen, beide entwickelten aber rasch eine gegenseitige Abneigung. Über eine Internetseite für werdende Mütter erfuhr die Angeklagte dann von der Schwangerschaft und arrangierte unter falschem Namen ein Treffen mit ihrem späteren Opfer in dessen Haus - unter dem Vorwand, sie wolle ein Hundebaby kaufen. Nachdem ihr die Haustür geöffnet worden war, griff sie die Schwangere dann hinterrücks an, schlang ein Seil um ihren Hals und würgte sie.

Dem Pathologen zufolge verlor das Opfer wahrscheinlich zunächst das Bewusstsein, aber erlangte es wieder, als die Angreiferin den Strick gelockert habe, um zum Messer zu greifen. Die Angegriffene habe sich dann noch verzweifelt gewehrt und vor dem Tod Schläge auf den Kopf und Schnittwunden an den Händen davongetragen. Sie wurde später von ihrer Mutter in einer Blutlache gefunden.

Täterin gab Baby als ihr eigenes Kind aus
Nach der Tat flüchtete die Täterin mit dem Baby - einem Mädchen - nach Kansas, um es dort als ihr eigenes Kind auszugeben. Die Polizei nahm sie dort fest, nachdem sie von der früheren Bekanntschaft der beiden Frauen erfahren und einzelne Schritte zur Vorbereitung der Bluttat rekonstruiert hatte. Medienberichten zufolge hatte die Frau das Baby im Arm und einen Berg von Geburtsanzeigen zum Verschicken auf dem Tisch, als die Polizei sie stellte.

"Sie wäre eine wundervolle Mutter gewesen"
Die Eltern hatten dem Mädchen schon während der Schwangerschaft einen Namen gegeben: Victoria Jo. Sie ist inzwischen knapp drei Jahre alt und lebt bei ihrem Vater. "Bobbie war eine liebevolle Ehefrau und Tochter", sagte Victorias Großmutter nach der Entscheidung der Geschworenen. "Sie wäre eine wundervolle Mutter gewesen."

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