Di, 21. August 2018

Schengen-Zone

01.10.2007 18:11

EU will die Grenzen noch vor Weihnachten öffnen

Noch vor Weihnachten will die Europäische Union die Grenzkontrollen zwischen den alten und den neuen EU-Mitgliedstaaten abschaffen. Das erklärte Portugals Innenminister Rui Pereira am Montag beim informellen Treffen der EU-Innen- und Justizminister in Lissabon. "Alle Überprüfungen bestätigen, dass wir noch vor Ende des Jahres in der Lage sein werden, die Grenzen aufzuheben", erklärte Pereira. In die Schengenzone sollen Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Slowenien und Malta aufgenommen werden.

Österreichs Innenminister Günther Platter unterstützte diese Maßnahme in Lissabon. Allerdings müsse in den neuen Staaten dafür eine Garantie für den effektiven Schutz der EU- und Schengengrenzen gegeben sein, worüber im Oktober ein EU-Bericht vergelegt werden wird, so Platter. Sollte dieser Bericht positiv ausfallen, könnten die Land- und Seegrenzen noch in der Woche vor Weihnachten aufgehoben werden, sagte EU-Justizkommissar Franco Frattini.

Die Folge: die bisherigen Grenzkontrollen zu Polen und Tschechien würden komplett wegfallen. Bisher werden an diesen Grenzen noch Routine-Kontrollen durchgeführt. Bisher sei als Stichtag zwar der Jahreswechsel vorgesehen gewesen. Frattini kündigte allerdings an, dass ein "Weihnachtsgeschenk" möglich sei. Den Bürgern in den neuen EU- Staaten solle damit das Gefühl gegeben werden, vollgültige Europäer wie alle anderen zu sein, so Frattini.

Grüne: "Historischer Augenblick"
Der Grüne Europasprecher Johannes Voggenhuber hat die für Weihnachten geplante Erweiterung des Schengen-Raumes um die neuen EU-Mitglieder begrüßt. Damit fielen "endlich auch physisch die Grenzen am ehemaligen Eisernen Vorhang", so Voggenhuber in einer Aussendung. "Dies ist ein historischer Augenblick, den wir auch gemeinsam mit unseren Nachbarn feiern sollten", so Voggenhuber, der scharfe Kritik an österreichischen Regierungsplänen zur Verlängerung des Assistenzeinsatzes des Bundesheeres an den Grenzen übte.

Kritik von FPÖ-Chef Strache
Entschieden gegen eine Schengen-Erweiterung noch vor Weihnachten sprach sich FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache aus. Die EU mache damit ihren Bürgern ein "übles Weihnachtsgeschenk." Dass Innenminister Platter dies unterstütze, zeige, welche Fehlbesetzung er in seinem Amt sei. Wie auch die anderen Regierungsmitglieder interessiere es auch ihn nur, sich in Brüssel Liebkind zu machen. Die Interessen Österreichs seien ihm völlig gleichgültig.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Anklage fallengelassen
Hillsborough-Katastrophe: Polizist entlastet!
Fußball International
Die „Krone“ vor Ort
Gruselig! Nur Polizei bei Salzburgs Geister-Hit
Fußball International
Kein Platz in Madrid
Real-Youngster Ödegaard geht zu Vitesse Arnheim!
Fußball International
Champions League
LIVE: Red Bull Salzburg muss gegen Roter Stern ran
Fußball National
Aus und vorbei
Thomas Doll nicht mehr Trainer von Ferencvaros
Fußball International
Franz Lederer gefeuert
Robert Almer neuer Sportdirektor bei Mattersburg!
Fußball National

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.

Nachrichten aus meinem Bundesland
Die Bekanntgabe Ihres Bundeslandes hilft uns, Sie mit noch regionaleren Inhalten zu versorgen.