Stress oder Karriere

Kindersegen aus der ¿Retorte¿

Oberösterreich
22.09.2007 18:57
Karrieredenken, Stress, Umwelteinflüsse, Bewegungsmangel - das sind die Hauptgründe, warum immer mehr Paare in Oberösterreich ihre Sehnsucht nach einem Baby in der Welser Kinderwunschklinik erfüllen lassen: Dort wurden heuer 1,9 Prozent aller Neugeborenen unseres Bundeslandes in der Retorte gezeugt.

Im Gründungsjahr vor fünf Jahren wurden in der Kinderwunschklinik elf Babys gezeugt. Seither sank die Geburtenrate in unserem Bundesland von 13.880 auf etwa 13.500 im heurigen Jahr. Die Zahl der künstlichen Befruchtungen stieg in der Klinik hingegen auf 256 - da die Zwillingsrate etwa 33 Prozent beträgt, werden 340 künstlich gezeugte Babys erwartet.

Warum der Klapperstorch immer häufiger den Umweg über die Kinderwunschklinik, wo nunmehr die Geburt des fünfhundertsten Babys gefeiert wird nimmt, erklärt Primar Leonhard Loimer: „Einerseits wünschen sich Frauen aufgrund von Ausbildung und beruflicher Karriere immer später eigene Kinder, sodass der Natur nachgeholfen werden muss. Andererseits ist seit Jahren eine generelle Verschlechterung der männlichen Samenqualität zu beobachten. Ursachen dürften Stress, Umwelteinflüsse und Bewegungsmangel sein.“

„Mit Kinderwunschklinik zweiten Babytraum erfüllt“
Hunderte Eltern, die anders kein Baby bekommen hätten, feierten am Samstag in der Welser Kinderwunschklinik - darunter auch Doris Haslehner mit ihrem Lukas.

Ihr drei Monate alter Sohn Lukas ist das fünfhundertste Baby der Kinderwunschklinik - ist es Ihr erstes?
Nein, ich habe bereits eine achtjährige Tochter.

Aber mit einem zweiten Kind hat es nicht geklappt?
Mein Mann hatte eine Gehirnhautentzündung, sodass es dann nicht mehr klappen wollte. Da hat mir mein Schärdinger Frauenarzt empfohlen, mich an die Welser Klinik zu wenden.

Sie wohnen in Enzenkirchen - wie weit ist da künstliche Befruchtung so etwas wie ein Tabuthema?
Eigentlich gar nicht mehr, dennoch haben wir das zuerst nur im engsten Familienkreis besprochen. Erst als das Baby unterwegs war, haben wir davon auch unseren Bekannten und Freunden erzählt.

Hatten Sie Angst vor einer Mehrfachgeburt?
Nein – ob´s ein oder zwei werden, war uns egal.

 

 

Foto: Privat

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